Türchen 9 – Die Zwillinge in der Vorschule

ak2016-9Heute gibt es nur ein kurzes Türchen zu den Twins. Man mag es ja kaum glauben aber in gut drei Wochen, am ersten Januar, zählen die Zwillinge drei Jahre! Reell drei werden sie dann am 13. April.

Fast drei Jahre ist es also schon her, dass ihre Mutter uns so schockte.  Während Oksana sich nun anschickt, Mutter und Tante der Nation zu werden, sich bester Gesundheit erfreut und vermutlich auch dreißig Jahre alt wird, sind ihre Twins langsam aber sicher ans ins Reitpferdealter herangewachsen.

Liebchen verbrachte dabei die ganze Zeit hier im Heimatstall, Omari teilte sich mit dem Griechen, dem König und anderen Halbstarken eine Hengstweide. Seit Ende November wohnt er nun wieder hier. Und seitdem genießen er und Liebchen in unregelmäßgen Abständen ein bisschen was „Vorschule“.

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April 2014 – Schon damals Freunde!

Anbinden und Putzen, ne Frisur haben sie mal bekommen und dann wird daneben gehüpft, getrampelt, geklopft … Das ganze Programm der möglichen Abhärtungsmaßnahmen 🙂

Beide machen das ganz toll. Stehen ganz super lieb beim Putzen und auch den Rest finden sie amüsant und interessant. Und Omari hat leider schon mal direkt „verloren“. Er wird von seiner achtjährigen Freundin geherzt, geküsst, geknuddelt, geklopft… und parallel werden schon mal direkt die ersten Pläne für den gemeinsamen Ausritt geschmiedet  🙂 [Was sich diese Ostwindproduzenten wohl bei ihren Geschichten gedacht haben??!!]

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Dezember 2016 – Beide gewachsen 🙂

Es ist nun das Anreiten geplant und dann soll Omari, ebenso wie Liebchen noch mal den Sommer auf der Weide verbringen. Omari misst nun 148 cm, Liebchen 158 cm Stockmaß. Ein paar Zentimeterchen werden sie wohl beide noch machen. Am Wochenende steht unter anderem Freispringen auf dem Plan und das machen beide wirklich toll!! Gewöhnen an Trense und Sattel, erste Übungen an der Longe – Damit wollen wir die nächsten Wochen verbringen.

Und weil wir leztlich gerade den 25-Kilo-Reitfloh zur Hand hatten und Omari sowieso weiß, dass sie meist grad an irgendeinem seiner Körperteile hängt oder drückt, haben wir die Gunst der Stunde genutzt und sie einfach mal auf „ihren“ Omari drauf gesetzt.

Natürlich wird hier zusätzlich festgehalten und selbstverständlich ist sonst auch eine Kappe bei Aktionen wie dieser auf dem Kopf – Aber dass passierte ungeplant und spontan – man mag uns die fehlende Kopfbedeckung verzeihen bitte. Hier ist ein kleines Video der Aktion:

Dass sich Omari von seiner achtjährigen Freundin brav und geduldig händeln lässt, putzen, vom Paddock, aufs Paddock, usw., finden wir, nebenbei bemerkt ausgesprochen bewundernswert. Ein Pferd, dass nämlich eben auch kindertauglich sein soll, muss mehr als alles andere ein ausgezeichnetes Interieur vorweisen!

Türchen 8 – Bitte PN… oder anderer Wahnsinn beim Pferdeverkauf…

ak2016-8Nach der gestrigen Pedigree-Lektüre heute etwas leichtere Kost. Es gibt vier kleine Geschichten rund um den Pferdeverkauf.

Gott sei Dank besteht der größte Teil unserer Interessenten aus ganz phantastischen Leuten, die unser Konzept verstehen, eben genau solche Pferde aus dieser Aufzucht, mit diesem Familienanschluss und dieser Haltung suchen. Zu all unseren Kunden konnten wir auch über den Kauf hinaus eine freundschaftliche Verbindung halten, denn unsere Pferde und ihr Werdegang interessieren uns, liegen uns einfach am Herzen.

Heute wollen wir ein paar skurrilere Anekdoten zum Besten geben, denn auch diese erlebt man. Da bleibt oft nicht anders als wie der König im Türchen-Bild doof zu gucken. – Heute darf gelacht werden 😉

mirarfrontkl-7765„Bitte PN“ … Na Gott sei Dank fand das Wort „Bitte“ noch seinen Weg in die Anweisung, die da auf eine Verkaufsanzeige, die wir einstellten eintrudelte. Aha, eine PN sollten wir also schreiben. Die Frage wofür, muss bis zum heutigen Tage unbeantwortet bleiben, denn auf unsere PN erhielten wir seltsamerweise kein Antwort „Hallo, Sie baten um eine PN von mir. Ich weiß nicht weshalb und wofür, aber wenn Sie es wissen, dann freue ich mich auf eine Antwort“ …. 🙂

Unsere Verkaufsanzeige enthielt alle relevanten Daten, plus einem Link zu dieser Homepage und wir glauben, dass jemand, der sich für unsere Pferde interessiert, definitiv in allen Belangen fündig wird. Und wenn dann eine Frage bleibt, kann man die doch uns gezielt stellen, oder? Was soll der Verkäufer mit „Bitte PN“ anfangen? Und mal ehrlich, wenn man sich für ein Pferd interessiert, dann gibt man sich doch ein bisschen mehr Mühe beim Züchter, oder liegen wir da so falsch? Wer keine Lust zum Schreiben hat, darf auch gerne anrufen. Auch gerne mit Rufnummernunterdrückung, wobei wir an dieser Stelle versichern, Interessenten nicht nachzustellen oder künftig mit unmotivierten Werbeanrufen à la „Du wolle kaufe Pferd?“ zu nerven.

Aber der Bitte-PN-Typ ist ja vom Grundsatz noch harmlos. Sehr beliebt bei uns ist der „Alles-geht-per-Whats-App-Typ“ Hier eine Originalkommunikation, die Gedanken jeweilig in die eckigen Klammern gesetzt. Wir sind die Grünen. 😉

13700220_1137022869689879_7768126528312994659_nHaben Sie das Fohlen noch zu verkaufen?

[Was ist das denn für ne komische Nummer?!]
Ich wünsche Ihnen auch einen guten Tag. Um welches Fohlen geht es? 

Ach sie haben mehrere? Das im Internet.

[Wow. Das wird hart!]
Die sind alle im Internet. Ein Name wäre hilfreich.

Bel Avion.

Ja, der ist noch da. Lassen Sie uns doch mal telefonieren, was und wofür Sie genau suchen. Und vor allem: Mit wem chatte ich denn gerade?

Wie? Sie wollen was über mich wissen? Also mein Name ist XX aber ich bin gerade auf der Arbeit. Und ich will ein Fohlen kaufen.

[Hallo gehts noch?! Dann nerv mich doch nicht anonym und unhöflich, wenn Du grad eh keine Zeit hast!!]
Ja, das auch. Wir freuen uns doch immer, wenn wir Interessenten mit Namen ansprechen können und wir verkaufen auch keine Pferde per Whats App. Dafür haben wir sie nämlich zu gern. Nennen Sie mir doch eine Uhrzeit, ich rufe Sie dann auch gerne an und wir können uns zum Pferd unterhalten.
[Das sollte doch nun wohl Klarheit bringen oder? Und vielleicht ist sie ja einfach nur etwas unsicher/ ungeschickt.]

Könnte das Fohlen bei Ihnen bleiben und was kostet es?

[Nein, ganz offenbar keine Klarheit. – Die merkt mal gar nix!]
Ja könnte es, die Details müsste man besprechen. Lassen Sie uns doch einfach telefonieren.

Ist der Stall mit dem Bus zu erreichen?

[BITTE WAS??!!]
Der Bus fährt bis zur Hauptstraße, die letzten 800 Meter muss man aber laufen.
[Ich glaube gerade nicht, dass ich das tatsächlich beantworte.. Seit wann sind Verkehrsanbindungen relevant für den Pferdekauf?!] 

Nein dann geht das nicht.

[Na denn! Gut, dass wir drüber sprachen und meine Daumenarthrose nun dank vieler unnütz getipselter Zeilen in diesem Chat mit einem geistigen Tiefflieger näher gerückt ist ……]
Bitte sind sie doch so gut und beschäftigen künftig andere Menschen.

Der Chat ruhte zwei Monate.. dann:

Suchen Sie noch immer ein Zuhause für Ihr Pferd 

[Hä?! Ist der Bus nicht mehr relevant?]

Falscher Chat!

[Natürlich zu uns fährt ja auch kein Bus..] Aber ein paar von den laut lachenden Smileys bekam sie trotzdem noch spendiert. 😉

IMG_6952Aber Whats-App hat eben auch wirklich seine Berechtigung, denn bevor sich heute jemand auf eine Reise bemüht, werden verständlicher-weise Bewegungs- und Springvideos angefordert. Täten wir auch. Sollte ja auch beim Stand der Technik kein Problem darstellen. Standard. Selbstverständlich. Macht jeder.

Im Extremfall werden dann aber auch weitere Dokumentationen aus allen Lebenslagen erwartet. Die Hufe von vorne, seitlich, unten, Gelenke in Nahaufnahme, kurz: Das ganze Pferd in kleine Pixel aufgeteilt. Dass sie den Protagonisten  – man verzeihe den Ausdruck – nicht noch von unten beim Kacken gefilmt haben wollen, ist alles.

Nachdem nun alles erledigt und zur Zufriedenheit befunden wurde, wird ein Termin vereinbart – meist mit ein oder zwei befreundeten Begleitern, denn vier / sechs Augen sehen mehr als zwei (zumindest wenn sie in der Lage sind etwas zu erkennen).

Alles gut. Dann kommen sie. Und krabbeln wissend um das Pferd. Dann drücken sie unspezifisch drauf rum. Die Angst in uns wächst! Ob sie ihn grillen wollen und den Speck fühlen? – Denn um zu überprüfen, ob da eine Muskelverspannung vorliegt, sind sie an der falschen Stelle. Naja, aber vielleicht passen sie ja beim nächsten Chirotermin einfach was besser auf 😉

Dann kommt das Probereiten. An der Longe. Der dreijährige läuft brav außen rum. Schritt, Trab, Galopp. Dann wandern die Reiterhände bis zum Knie um den Kopf in die gewünschte Haltung zu bringen. Pferd folgt. Reiterin zwitschert „Priiiiiima“ [Aha, die Dame muss wohl die unsäglichen Pferdeprofis bei Vox mit als Lehrfilm erachten] dreht sich um und „Das kann er aber noch nicht so, oder? [NEIN NATÜRLICH NICHT! ER IST DREI UND GERADE DAS VIERTE MAL UNTERM SATTEL!!]Nein, er ist ja gerade dabei seinen Takt zu finden. Die Ausbildungsskala? Sie wissen schon: Takt – Losgelassenheit – Anlehnung… [ICH HACKE IHR DIE HÄNDE AB!!] und nun lassen sie das bitte, denn das stört den Takt des Schrittes …[DIE BEKOMMT DEN NICHT!]

Zurück am Anbindeplatz werden die Hufe angehoben. Große Hufe. Runde Hufe. „Kann es sein, dass er zum Zwanghuf neigt?“ [BITTE??!!] Nein, ganz bestimmt nicht. Es folgt eine Erklärung und unser Hinweis den Zwanghuf und seine Beschaffenheit doch noch einmal in der Literatur nachzuschlagen. Das Pferd war der Grieche. Wenige Tage später wurde er top getüvt und wir haben gemeinsam mit dem Tierarzt herzlich über den Zwanghuf gelacht. Sein Statement „Das ist wirklich ein tolles Pferd“ – „Ja, bis auf den Zwanghuf!“ „Naja, man kann eben nicht alles haben!“….

rutschLast but not least die Geschichte von Eltern die ihr Kind ganz offenbar auf subtile Art loswerden wollten. Wir hatten damals ein Pferd von einem Freund hier, 167, hübsch, vielseitig veranlagt. Acht Jahre alt. Man telefonierte, suchte ein Pferd für die 13 jährige Tochter, sollte klein VS gehen können, ein Termin wurde vereinbart. Die Tür ging auf und ein ganz zartes Mädchen (winzig!!) stand mit samt Eltern vor uns.

„Zuhause reitet sie A-Dressur“

[Wieso bekommt das Kind um alles in der Welt kein Pony??!! Sie ist so klein!!] Prima, bist Du schon mal mit Sporen geritten?

– Ja. Zuhause immer.

Gut dann bekommst Du diese ganz kleinen. [Damit Du mit Deinen winzigen Beinen überhaupt bemerkt wirst]

Das Kind steigt auf, reitet los. [Ojeh!! A-Dressur??!! – Das langt nicht mal für den Jugendreiterwettbewerb!] Kind trabt irgendwann an, kommt aus dem Takt, plumpst rückwärts in den Sattel und hackt mit beiden Beinen zu, klemmt sich fest. – Pferd denkt „Gas? – Bitte gerne!“ und galoppiert in aller Ruhe an. Kind hackt etwas mehr mit den Beinen, klemmt was das Zeug hält. „Mehr Gas? Bitte gerne wieder.“ – Pferd legt zu. Kind hackt wieder – Pferd wird schneller. Nicht panisch. Sondern einfach nur der „Hilfe“ folgend. Kind schreit. – „Ganz ruhig, langes Bein. Und jetzt einfach ein bisschen Hand dran und parieren.“ –  Pferd wird langsamer, pariert durch – brav – Kind kommt aus dem Gelichgewicht, hackt zu……. das Spiel ging von vorne los. Ganze drei Mal!! Dann haben wir das Pferd im Lauf durch einen beherzten Sprung an den Zügel mit der einen Hand und an das Bein des Kindes mit der anderen Hand (um den Fliehkräften entgegenzuwirken) gebremst. – Ich glaube mir wird schlecht! – Sprachs, beugte sich vor und kotzte vom Pferd! Wir waren fertig für den Tag, sattelten ab, brachten das Pferd zurück auf die Weide um dann unseren Ohren nicht zu trauen: „Das ging doch gar nicht so schlecht.“ [BITTE!!] „Mit ein bisschen Unterricht und Unterstützung bekommt sie das sicher bald hin“ [NEIIIIN!!] „Nein, wir glauben nicht, dass das eine wirklich gute Kombi wäre, sicher Pferd war heute sehr brav, aber das kann ja auch mal anders ausgehen. Vielleicht doch was kleineres?“ – Wie die Eltern letztlich entschieden, wissen wir nicht nur dass auch dieser oben beschriebene Protagonist seinen passenden Menschen fand.

Es sind eben doch zum allergrößten Teil Pferdemenschen die hier zu uns kommen und nicht nur Menschen die ein Pferd haben wollen. 😉 99% aller Kontakte sind toll, auch wenn man vielleicht nicht immer zueinander findet. Nur wären die Geschichten nicht so amüsant zu erzählen 😉

Türchen 7 – Der Verehrer. ADORATOR von Cedrus aus der Alana von Agar

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Die Homepage des Trakehner Verbandes titelte im Februar 2014: „Mit Adorator körte der Verband erstmals einen Hengst, der nicht nur in Polen gezüchtet wurde, sondern auch in polnischem Besitz steht. Züchter des sehr sportlichen dreijährigen Hengstes ist Krysztof Wojsiat, Besitzer des eben gekörten Adorator ist Marek Przeczewski aus Milakowo. Adorator zeigte sich in Münster mit großer Galoppade und viel Mechanik und Aktion im Trab. Souverän zeigte sich der Trakehner Hengst auch bei der Pflastermusterung und im Freispringen. Adorator geht über seinen Großvater mütterlicherseits, Agar, auf den in der Warmblutzucht so erfolgreichen Veredler Hyperion xx zurück, väterlicherseits u.a. auf den Trakehner Poprad, eines der erfolgreichsten Trakehner Springpferde (7. Platz Olympische Spiele 1972). Wie sein Halbbruder führt Adorator mit über 50 Prozent einen hohen Vollblutanteil.“

Der Halbbruder, auf den man sich dort bezieht, ist der in 2010 geborene AVATAR von Ajbeck, ebenfalls aus der Alana von Agar. Hier handelt es neben der Tatsache einer Geschwisterverpaarung (beide sind Nachkommen des Agar) auch um eine Zusammenführung von bewiesenen Hochleistungslinien und viel Blut. Avatar war der beste Springer seines Körjahrganges 2012 und ist mittlerweile sehr erfolgreich in der Vielseitigkeit unter Miriam Bray (BAY) unterwegs. Noch mit Avatar bei Fuß wurde Alana mit Cedrus, demSchim­melhengst aus dem Gestüt Liski verpaart. (v. Ogar a.d. Cerkwica v. Kondeusz aus der Hengstlinie des Pilger). Wieder Hochleistung und wieder viel Blut. 2011 kam aus dieser Verpaarung ihr zweiter, später gekörter Sohn zur Welt: Adorator. 2013 stellte Alana erneut ein Hengstfohlen, dass schon in ganz jungem Alter eine internationale Kommission zu überzeugen wusste und das bestbewertetste von fast 70 Trakehner Fohlen des Jahrganges wurde: All in One von All Inclusive aus der Zucht von Monika Machlowicz Wojsiat aus Szabruk.

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Adorators Pedigree ist wohltuend „osteuropäisch“! – Ob Russland, Polen, Litauen oder Tschechien – es ist scheint ganz egal, in diesen Ländern wird immer noch fest mit den Nachfahren der vier „Pfeiler“ des Hauptgestütes – Pythagoras, Pilger, Polarstern und Ararad – gezüchtet. Das Ganze dann angereichert mit einem ordentlichen Schuss Blut und fertig ist das Lesitungspferd. Egal für welche Disziplin! Und so verwundert es nicht, dass Adorator seine Leistungsprüfung in 2014 in Polen gewinnen konnte. Im Anschluss daran wurde er dann zunächst in der Dressur gefördert  – mit Erfolg: 2015 wurde er Vize-Landes-Champion der vierjährigen Dressurpferde in Polen und dann, quasi direkt aus der Platzierung raus, reiste er in seine neue Heimat nach Deutschland. Neuer Besitzer wurde Joachim Hachmeister, neuer Bereiter Jens Hoffroge.

995333_998942553523326_7558217543063564622_nIm Stall Hoffrogge begann nun die vielseitige Förderung und auch das natürlich mit Erfolg. Eine fulminante Turniersaison 2016 folgte, bei sechs Starts in Geländepferdeprüfungen der Klassen A* und A** konnte er vier Mal siegen, war einmal zweit- und einmal drittplatzierter. Auch die eine Eignungsprüfung Klasse A mit Gelände konnte er als bester von 24 Teilnehmern für sich entscheiden. Und das immer mit Traumnoten jenseits der 8. Adorator ist nicht nur mit Schick und Adel versehen, sondern auch sportlich bislang in allen Klassen altersgemäß Spitze!

12974295_998942383523343_5328309901069540377_nHatte er bereits die Trakehner Gemeinde positiv anlässlich seiner Körung in Handorf 2014 gestimmt, so überzeugte er 2015 weiter gereift Züchter aller Verbände schon im März auf seiner ersten öffentlichen Präsentation. Eine Besucherin berichtete in einem Internetforum: „Adorator hatte gestern seinen ersten öffentlichen Auftritt in diesem Jahr auf der Präsentation bei Hinnemann auf dem Krüsterhof. Ich habe ihn das erste Mal seit seiner Körung dreijährig im Frühjahr in Handorf wiedergesehen und war schwer beeindruckt. Jens (Anmerkung – gemeint war Jens Hoffrogge, Adorators ständiger Reiter) ist verletzt, der Hengst wurde daher von einem Mädel geritten, die selber noch ganz aufgeregt war und ich weiß wie schwer das ist, ein junges Pferd vor einer derart veränderten Kulisse zu reiten. Die Halle war proppevoll mit Gastronomie, Bestuhlung und natürlich Zuschauern (gut 500 werden es wohl gewesen sein) und Beschallung/Moderation (auf laute Musik und Krach wurde dankenswert verzichtet, das Ganze war eine Lehrveranstaltung und keine Spektakelschau, entsprechend hatte jeder Hengst die Möglichkeit, sich reell in gut 10 Minuten einzufinden und zu entwickeln. Schön für die Zuschauer, weil die sich so ein ebenso reelles Bild von ihren Kandidaten machen können).

Der erste Eindruck war: Der benimmt sich aber echt gut! Der zweite Eindruck war: Das ist ein fantastisches Pferd! Groß und rahmig (ich hätte ihn nie wiedererkannt von dem schmalen Hühnchen, das er dreijährig noch war) dabei sportlich harmonisch und in keiner Weise schwer. Ein komplettes Pferd mit drei ganz überzeugenden GGA, aber das Beste eigentlich die natürliche Selbsthaltung und der Habitus, natürlich bergauf angelegt in Konstrukt und Ablauf, und das ist nicht selbstverständlich für ein Pferd mit einem so hohen Blutanteil (55%). Alles andere als ein blutgeprägter Vorhandmuckler. Selbiges gilt für die Mechanik im Ablauf, natürliche runde Bewegungsabläufe aus Schulter und Karpalgelenk und hinten eine gesunde Winkelung zum Setzen. Ebenso alles andere als selbstverständlich für ein Pferd mit einem so hohen Blutanteil. Für mich war der Hengst die Entdeckung des Tages und ich darf sagen, das ging mir nicht allein so. Gespräche mit reichlich Anwesenden bestätigten das, darunter eben viele, die den Hengst überhaupt noch nie auf der Karte hatten und sich fragten, wo der denn wohl herkam…[…]... Nach diesem Auftritt war jedenfalls klar, dass der Hengst seinen VizeChampion Dressurtitel im letzten Jahr in Polen nicht aus Verlegenheit gewonnen hatte, nur weil es in Polen vielleicht nichts anderes gibt. Im Gegenteil, unsere Nachbarn im Osten schlafen auch nicht auf dem Baum und selektieren (anders als wir das hier gewohnt sind) nicht nach Farbe sondern in erster Linie nach Leistung .[… ]..Ich kenne nicht viele Hengste die im Hinblick auf Grundgangarten, Rittigkeit und Vielseitigkeit die Ansprüche an ein modernes Sportpferd so bedienen. In den Landespferdezuchten nicht und bei den Trakehnern sicher auch nicht. Der erste Schritt zur Anerkennung auch in der ein oder anderen Landespferdezucht dürfte gestern hoffentlich gemacht worden sein.“

12963799_998942833523298_2462914403299746458_nAdorators Vater Cedrus vertritt ebenso wie sein Sohn die Linie des Pilgers, auf dessen Enkel Traum er in vierter Generation mütterlicher- als auch väterlicherseits in Line gezogen ist. Cedrus‘ Kinder überzeugen heute in allen Altersklassen in Zucht und Sport, hier in allen Sparten der Reiterei. Seine Tochter Kamira aus der Karrera von Apogej siegte in ihrem 60 TT in Polen 2013, war beste von 23 Stuten. Sein Sohn Nefryt siegte im gleichen Jahr in seiner 100-Tage HLP in SO Starogard Gdanski.

Es ist Pilger, der dieses Pedigree dominiert, vornehmlich über seinen bedeutenden Enkel Traum mit seinen Nachfahren, dem Olympioniken Propad und dessen Sohn Aspirant sowie Haakon, der bei Alanas Pedigree zweimal als Muttervater in den fallenden Stämmen von Agar und Kerman vertreten ist. Aber auch der Pilgersohn Ossian, der Vater des Elitehengstes und Kirower Linienbegründers Ostrjak a.d. Sporn-Vollschwester Sportfreude v. Pythagoras wurde, ist vertreten.  Ganz nebenbei bemerkt: In jungen Jahren bewährte sich dieser Hengst in 17 Rennen, von denen er drei gewann und in zehn weiteren hoch platziert war. Dann lief er bin neunjährig Springen, bevor er in die Zucht wechselte. Unter seinen Söhnen haben Egoist, Eol und der Olympionike Topki Weltgeltung erlangt. Propads Sohn Aspirant war Sieger seiner HLP in Polen und wirkte ab 1989 in Moritzburg. Er hinterließ einige gute Sportpferde, erfolgreichtster Trakehner Nachkomme sollte Ulex aus einer Mutter von Ralf sein. Ulex war siegreich in Springen der Klasse M und erfolgreich in Klasse S.

Aber über die Linie des Pilgers haben wir auf dieser HP bereits umfassend an anderer Stelle geschrieben, so dass wir uns dem anderen dominierenden Element zuwenden wolllen, denn jede Menge XX enthält das Pedigree ebenfalls. Linienzucht auf den Gruppe I Sieger Aquino, der später in der Sportpferdezucht hocherfolgreich wirkte. Den Trakehnern ist er unter anderem auch aus dem Pedigree des S-Springhengstes CARUSO NERO bekannt. Gleiches gilt für Deer Leap xx, er ist dort als Muttervater des internationalen Springstars Arcus vertreten.

Weitere klingende Namen kommen mit MANGAN XX, der sich ebenso wie sein Vater Dakota durch besonders sportliche Vererbung – vor allem für die VS – auszeichnete, aber auch einige seiner Töchter fanden in die deutsche Trakehnerzucht: Hans-Ernst Wezel zog aus der Liesken von Mangan xx-Dolus die Hengstmutter Lugowen von Inster Graditz. Oststar von Mangan xx-Aspirant brachte 1998 den Liebestraum-Sohn Olymp, der auch 2016 noch hocherfolgreich in den schweren Springklassen unterwegs ist. Über 80 Platzierungen und Siege in Springender klasse M und S hat der nun mittlerweile bald 19-jährige Wallach auf seinem Konto.

Dakota wurde in Irland gezogen und fünfjährig nach erfolgreicher Rennlaufbahn nach Polen abgegeben, wo er großen Einfluss auf die dortige Vollblutzucht nahm. Seine Nachkommen waren auch als Reitpferde begehrt und zeigten eine gute Eignung für die Vielseitigkeit (u. a. Ibis, PL, Jacek Krukowski / Olympische Spiele Barcelona 1992).

Großvater Stupendous ist ein direkter Sohn des großen Bold Ruler, der über Nasrullah auf Nearco zurückführt. Stupendous lief drei- und vierjährig und gewann bei 35 Starts elfmal und holte einige Platzierungen sowie ca. 250.000 $ Preisgelder. In der Warmblutzucht hinterließ er vor allem Spuren über den Celler Landbeschäler Prince Thatch xx.

Dann aus dem Herkunftsland des berühmten Heraldik xx: Masis xx! Die tschechische Vollblutzucht hatte lange eine einzigartige Stellung in Europa in Bezug auf die Zucht von Vollblut-Hindernis- und Vielseitigkeits-Pferden bzw. vollblutgeprägten Vielseitigkeitspferden. Zu dem in Napajedla gezogenen Masis hieß es in der Tschechischen Busch-Szene lange „Masis -Nachkommen kannst ungesehen kaufen!“

Sicher könnte man sich im Pedigree verlieren, alleine über die Vollblutprotagonisten ließen sich vermutlich Bücher füllen, bzw. wurden schon Bücher gefüllt. Oleander xx, Sicambre xx, Nsarullah xx, Owen Tudor xx…… und so weiter und so fort. Der geneigte, interessierte Leser mag sich in die entsprechende Fachlektüre vertiefen. Wir resümieren an dieser Stelle:

Das Pedigree von Adorator repräsentiert Leistung, dann Leistung und dann nochmal Leistung. Und es kommt dabei ganz ohne Habicht, Kostolany und Arogno aus. Outcross! Wie erfrischend! Wie erfrischend osteuropäisch! Wir freuen uns auf den Einsatz dieses tollen Hengstes als Vatertier!

Welche Farbe? – Ach ja, er ist Schimmel. Aber wen genau interessiert denn die Farbe? 😉

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Ein ganz herzlichen Dank an Sabine Brandt, die ihre Bilder aus der Fotosession am Krüsterhof Hinnemann für diesen Artikel zur Verfügung stellte!

Danke auch an Sigrun Wiecha für das Bild vom Gala-Abend NMS, dass Adorator überm Sprung zeigt!

Hier sind noch ein paar Web-Funde in bewegtem Bild für den der mag:

Türchen 6 – Die Zeit der Geschenke und der Anbetung – Fröhlichen Nikolaus!

ak2016-6Am 27. November fuhren wir zum Jahresabschlusstreffen des Zuchtbezirks Rheinland.

Es galt unter anderem Franzis Elite-Stutenschau-Teller abzuholen. Seit 30 Jahren gibt es für die Züchter der Stuten, die sich auf der Elitestutenschau in Wickrath zur Staatsprämienvergabe einfinden wunderschöne handgemalte Teller als Geschenk vom Zuchtbezirk. Seit diesem Jahr haben wir nun drei Stück  und sind also seit kurzem somit auch auf der Suche nach einem passenden Wand-Regal, um die Trophäen auch entsprechend auszustellen.

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2014 Masurenfee(li), 2015 Oka-Blümchen (re) und last but not least 2016 Belle Francaise (Mitte)

Neben geselligem Beisammensein und leckerem Essen, gibt es dort auch immer eine Tombola, die von den im Rheinland ansässigen Hengststationen immer wieder großzügig mit Freisprüngen bestückt wird.

Das Objekt unserer diesjährigen Begierde war ADORATOR – dieser supersportliche „Pole“, der amtierende Trakehner Geländechampion 2016, der eine fulminante Turniersaison auf seinem Tanzkärtchen stehen hat. Bei sechs Starts in Geländepferdeprüfungen der Klassen A* und A** konnte er vier Mal siegen, war einmal zweit- und einmal drittplatzierter. Auch die eine Eignungsprüfung Klasse A mit Gelände konnte er als bester von 24 Teilnehmern für sich entscheiden. Bereits in Polen machte er eine super Hengstleistungsprüfung und wurde Vize-Landes-Champion der vierjährigen Dressurpferde in Polen. Adorator ist nicht nur mit Schick und Adel versehen, sondern auch sportlich bislang in allen Klassen altersgemäß Spitze!

Es kam also zur Verlosung des Deckgutscheines: Zwei Losnummern passten, die Dritte war ein Satz mit x. Knapp vorbei ist eben auch daneben. Schade! Der Gewinn ging an den Nachbartisch, an Frau Gesa Westberg vom Gut Saalhoff, die gemeinsam mit Inge und Frank Weißkirchen vom Gestüt Isselhook zusammen saßen. Und über Gestüt Isselhook kam eben auch der Gutschein für den Freisprung, denn Adorator wird unter anderem auch über das Gestüt Isselhook vertrieben.

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Die Meldung zur Körung im TRAKEHNER 3/2014

Da lag er nun auf dem Nachbartisch unserer gewünschter Verehrer (adoracja – polnisch für Anbetung / Verehrung;  Adorator – polnisch für Verehrer) und es schien als müsse er sich seine Angebetete aus dem Kader der Saalhoffschen Dressurpferde heraus suchen ;-).

Und wie es so ist, als sich die festen Tischverbünde auflösten, wechselten wir auf ein paar Worte mit Inge und Frank rüber und flapsen „Ach, da liegt er ja, der gewünschte Schwiegersohn.“ und „Der würde doch zu unseren Spring-Töchtern so viel besser passen“ – Wie man eben so rum blödelt…

Montag klingelte das Handy. Unbekannte Nummer. Gesa Westberg war dran, hatte unsere Nummer hier von der Homepage und teilte mit, dass sie uns den Feisprung gerne schenken würde, da Saalhoff ja mehr auf Sport ausgerichtet wäre, gar keine Stute dafür hätte und sie das Gefühl gehabt hätte, dass wir uns darüber freuen würden. – Wow!!! Sprachlos!!! Das war enorm großzügig und uns blieb nicht mehr als herzlich zu danken! Die Saalhoffschen Pferde werden wir wohl mal vor die Linse nehmen und versuchen, uns so zumindest ein wenig für diese Großzügigkeit zu revanchieren.

Das nächste Telefonat ging dann an Frank Weißkirchen, um überhaupt das O.K. für diesen Gutscheintransfer zu bekommen. Aber auch da war die Freude groß, als wir die Stute benannten, denn mit Oka-Blümchen bekommt Adorator ja nun auch wirklich nicht die schlechteste zur Anbetung hingestellt 😉

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ADORATOR (Copyright Sabine Brandt, Abbildung mit freundlicher Genehmigung)

Das Pedigree von Adoroator ist super spannend und wir finden er hat eine eingehende Betrachtung verdient und so bekommt er noch ein Türchen ganz für sich alleine.

Traditionell wollen wir aber heute auch drei SF-Jahresplaner in der Größe A1 verlosen.

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Alles was dafür getan werden muss, ist herauszufinden, welchen Olympioniken Adorator im Pedigree führt, auf welcher Olympiade dieser in welcher Disziplin startete und welchen Platz er belegte! Das ganze einfach als Kommentar zu diesem Artikel schicken, die ersten drei Einsender erhalten den Jahresplaner zugesandt. (Wir nehmen per Mail Kontakt auf, eine Veröffentlichung der Kontakt-Daten auf dieser Homepage erfolgt nicht).

Wir wünschen viel Spaß!!

Türchen 5 – Wundervolles www…. Oder auch Mystifikationen im Netz ….

ak2016-5O.K. – wir geben es zu, wir gehören dazu. Wir sind Facebooker! Ist ja nicht selbstverständlich, es gibt ja auch genug Ablehner. Aber wir nutzen Facebook gerne. Wir teilen und liken, Trakehner-SF hat dort eine eigene Seite. Über 700 Menschen folgen uns. Die Fotos und Videos sind schnell hoch geladen und geteilt und im Großen und Ganzen ist es ein friedliches Miteinander. DieTwins hatten eine riesige Fan-Gemeinde im www.

Natürlich gibt es die unverbesserlichen, die aus allem einen „Glaubenskrieg“ machen müssen (Im Pferdebereich darf hier das Winterdeckenthema gerne herangezogen werden). Dann natürlich die, die anstelle Ihres Tierarztes, Schmiedes, Reitlehrers (bitte Liste beliebig weiter führen) ihr Wissen von google / Gruppen / Foren ziehen und gerne auch einfach mal so lange fragen, bis einer die ihnen genehme Antwort gibt. Und dann noch die, die eh immer alles besser wissen. Gerne kombiniert damit, im wirklichen Leben nix auf die Kette zu bekommen, sich aber in der Anonymität des www mal so richtig hervortun.

Jeder der uns kennt und der unsere Timeline verfolgt, weiß, dass wir wohl eher zur Wendy-Fraktion gehören und dass Tierschutz und Tierwohl einen relativ hohen Stellenwert hat. Unsere Hunde sind Second-Hand-Hunde aus dem Tierschutz, ebenso unsere Katzen, wir unterstützen Greenpeace und Co, Pelzträger machen um uns besser einen großen Bogen und wir kaufen keine industriell erzeugten Fleischprodukte mehr, verzichten nahezuh gänzlich auf Fleisch. Und trotzdem hat es uns erwischt: Wir wurden als schändliche Tierquäler angefeindet. So verquer wie manche funktionieren, kann man wohl gar nicht denken….

Zur Geschichte: Wir nutzen Facebook natürlich auch gezielt um unsere kleine Zucht zu bewerben. Wir finden es auch schön, wenn mögliche Kaufinteressenten das Objekt ihrer Begierde aufwachsen sehen. Und so kam es dann, dass wir im letzten Dezember nach dem ersten Kreuzchentraining voller Begeisterung ob der Einstellung unseres Pferdes ein Abum eröffneten „Mirar – Impressionen vom Springen“.

Im Dezember haben wir begonnen unserem dreijährigen Mirar auch mal kleine Sprünge unterm Reiter zu zeigen. Immer nur wenig und vor allem klein. Die Entwicklung wollen wir die nächsten Monate hier fest halten. Bilder Update vom 22.04. / Fünfte Trainingseinheit / Tina war sehr zufrieden 🙂 Bilder Update vom 26.05. / Ausflug in die große weite Welt und testen fremder Hinderisse … alles kein Problem 🙂 Bilder Update vom 22.06. / Noch einmal ein fremder Platz zur Vorbereitung auf den Start in der ersten Springpferde A . Am Anfang hielt er sich noch ein bischen fest und guckte interessiert durch die Weltgeschichte, aber dann fluppte es 🙂 Bilder Update vom 05.08. – SprPfA**, ein Jack Russel brachte Mirar an 1 und 3 noch was aus dem Konzept – er hat wohl auch was von dem Pokemon-Fieber mitbekommen 😉 – aber sonst zeigte er schon sehr ordentliche Sprünge.

Was ein Fauxpas!!!! – Wie konnten wir nur!!! Wir sind Tierquäler der übelsten Sorte! Dreijährig darf man Pferde noch gar nicht reiten! Auch vierjährig bitte nicht! Das ist ja alles ganz entsetzlich!! Unhaltbare Zustände!!

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Gequälter Mirar – Man sieht es ihm deutlich an, wie schrecklich er seine Situation findet 🙂

Nun sind wir grundsätzlich erstmal positiv eingestellt. Und wir finden es ja im Prinzip auch gut, dass die Menschen sich für das Tierwohl einsetzen. Wir haben dann eine höfliche und erklärende Antwort geschrieben. Dass hier die Begeisterung mit uns durchging, dass wir natürlich die Jungen nicht schrubben, wie wir das so generell sehen, wie wir das Training und die Haltung gestalten, usw. usf…..- Es nutzte nix. Im Gegenteil!

Was dann kam, war absolut unteste Schublade! Gossenniveau! Vulgäre und beleidigende verbale Diarrhoe deklariert als Meinungsfreiheit in der Anonymität des Internets! Eine geistige Tieffliegerin auf ganzer Ebene, die, nimmt man ihre schriftlichen Ergüsse als Grundlage zur Einschätzung, die Schule ganz offenbar irgendwann nach der sechsten Klasse verlassen haben muss oder zumindest im Deutschunterricht nur noch körperlich anwesend war.

Kein Problem für uns, wir haben die Posts der ganz offenbar geistig schwer benachteiligten Dame gelöscht, die Person blockiert und so weiteren Pöbeleien, die da über die Glasfaser auf unsere Timeline hätten diffundieren können, vorgebeugt. Noch immer sehen wir aber gespannt der angedrohten Anzeige wegen Tierquälerei entgegen und der Aufnahme der unhaltbaren Zustände hier 🙂

Hier ein Beweisvideo der unhaltbaren Zustände! Das geknechtete, gequälte, ängstliche Tier! Entsetzlich! Nicht mal ausschlafen dürfen hier vierjährige! Und dabei ist Ausschlafen-lassen doch so wichtig! Aber das weiß ja jeder von sich selber! Nur die grausamen Züchter haben keine Achtung vor Schlafkultur! Die Anzeige ist raus !….. 😉

 

Türchen 4 – Projekt Rundlauf / Paddock Trail bei den SFs

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Bewegung, Luft und Licht sind das A und das O für gesunde Pferde. Das Pferd ist ein Bewegungstier. Dieser Forderung sind wir mit unserer Haltung in den vergangenen Jahren so gut wie irgend möglich auch immer nachgekommen: Im Sommer die große Weide und im Winter dann die Paddocks. Ein Teil der pferde wohnt im Laufstall, ein anderer Teil in großen Boxen mit midenstens sechs bis sieben Stunden Auslauf pro Tag im Winter. Im Sommer varieiert es zwischen 12 und 24 Stunden. Je nach Wetter und Pferd (Die Stuten mit Fohlen haben z.B. „verordnete“ Fress- und Schlafpausen von ein, zwei Stunden in den Boxen). die Weide hat eine Gesamtgröße von gut 3,5 Hektar, die Winterpaddocks sind sicher mit ca. 800 qm nicht winzig, aber taugen dann doch nicht mal richtig im gestreckten Galopp Gas geben zu können und der Anreiz sich zu bewegen ist auch reicht reduziert. Futter, Wasser… ist ja alles dicht bei….

Nun wohnen wir am Beginn des bergischen Landes, unsere Böden sind lehmig und unsere Wiesen schräg. Wenn es dann in Kübeln schüttet, sind die Weiden eigentlich nicht zu nutzen. Dann gibt es nur das Paddock. Da ist aber beispielsweie keine Option für die Stuten mit den ganz jungen Fohlen. Die haben dann eine eigene geonderte, kleine Weide.

Sommer 2016 … und der Regen wurde wärmer…..

Der Zugang zur großen Weide liegt direkt am Stall und so halten sich die Pferde von Beginn an dort auf. Er hintere Part wird erstmal gar nicht besucht, vorne wird nieder gefressen, während der hintere Hektar bald hüfthoch wächst. Der freiwillige Wechsel nach hinten wird von den Pferden erst im Spätsommer vollzogen, dann allerdings ist dort – wohl aufgrund der größeren Dichte zur Talsperre – die Insektenplage am größten…. die Weide wird also nur Nachts aufgesucht. Der vordere Bereich der Weide zeigt derweil Verbiss-Spuren, denn das frische Grün wird dem überständigen doch immer vorgezogen. Wir stecken also in einem ständigen Dilemma zwischen Weide- und Bodenpflege / -konservierung und Bewegung / Freilauf. Ist das Wetter schlecht, ruinieren wir die Weide, wenn wir die Herde drauf lassen. Schließen wir die Weide, dann schießt das Gras über Wochen in die Höhe (so wie bei den „super“ Frühsommern der letzten Jahre geschehen) und das Bewegungsanbebot für die Pferde ist suboptimal. Wir haben uns in diesem Herbst zum Projekt „Rundlauf um die Weide“ entschlosen. Auf den befestigten Paddocks haben wir sowieo schon gemischte Böden: Lava, Sand und mit Split verfüllte Ecoraster. Der Rundlauf hat nun gewachsenen – also lehmigen – Boden. Im Laufe der nächten Jahre mag das alles noch schöner werden, befestigt und immer trocken – schließlich nährt sich das Eichhörnchen redlich :-).

Für den Start ist es nun so und wurde auch schon mit ausgiebigen Galopptouren der Damen und Herren begrüßt. Regnet es, wandert die Herde unter die Bäume am Waldrand, anonsten ein bischen Grün am Rand geknibbelt. Das bergauf und bergab trainiert nun auch im Winter die Muskulatur.

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Die Wasserstelle wollen wir noch weiter versetzen, um mehr Bewegung tatsächlich zu forcieren – hier überlegen wir noch, wie es am besten funktioniert und wo wir das Tränkefass idealerweise platzieren. Dazu gibt es, ebenfalls gesondert platziert, Salz- und Minerallecktsteine.

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Die Weide kann nun entweder komplett geöffnet oder aber in einen vorderen und hinteren Bereich unterteilt werden, wobei die Pferde den Trail vom Stall weg nutzen müssen um dorthin zu gelangen. Das wird im nächten Frühjahr dann erstmalig das gezielte Öffnen des hinteren Teils ermöglichen – wir sind gespannt, wie sich das auf die Weidepflege auswirken wird.

Wir glauben mit dieser Maßnahmen unsere Pferdehaltung noch weiter optimiert zu haben und sind gespannt, die Erfolge im nächsten Jahr zu verfolgen. Einen entprechenden Erfahrungsbericht wird es dann wieder geben.

Türchen 3: Wenn einer eine Reise tut……

ak2016-3In 2016 veranstaltete der Trakehner Verband erstmalig einen Freispring-Cup. Siehe hierzu auch den Bericht Tschakka!! Qualifiziert!! aus September 2016.

Nachdem der Grieche uns ja bereits verlassen hatte, machten wir uns nur noch mit Mirar auf die Reise ins gut 540 km entfernte Neumünster. Bis Donnerstag, 11:00 Uhr musste die Anreise erfolgt sein, um 13:00 Uhr am selben Tag sollte ein Probefrei-springen erfolgen und am Freitag Morgen im Anschluss an die Sattelkörung dann der Freispring-Cup.

Nachts um 1:00 Uhr gings also los. Anhänger und Auto waren am Vorabend gepackt, mitten in der Nacht gingen reichlich verschlafende Zwei- und Vierbeiner auf die Reise. Ob der Uhrzeit waren nur wenige Verrückte mit uns unterwegs, es lief gut, nur vorm Elbtunnel zwang uns der Stau ein längeres Verweilen auf der A7 auf, als gewünscht. Dennoch kamen wir top in der Zeit um kurz nach acht in den Stallungen der Holstenhallen an.

Als erstes Mirar ausgeladen und eingestallt, gefüttert, getränkt und dann das ganze Zubehör-Geraffel ausgeladen. Boxennachbar Poppeye von unserer Freundin Elke war schon am Vortag eingezogen, die Box rechts neben beinhaltete lediglich Hörsteiner Stallequipement. Wunderbar! Idealkonstellatione, keine fremden Pferde in direkter Nachbarschaft. Und überhaupt war die Stallgasse top. Das Hörsteiner Team – wie immer eine Freude, das Ehepaar Schoon mit Bischoffs „HOPE AND GLORY“ aka Schlumpf und nicht zuletzt Stall Camp mit der Reitpferdekollektion – Es war sehr entspannt, nett und eine tolle Atmosphäre.

Vor dem Probespringen ging Schmali noch ne Runde an der Hand um den Parkplatz joggen – nicht umsonst waren ja für die Zweibeiner die Laufschuhe eingepackt worden. Joggen war unspektakulär – man joggte eben – und das Probespringen lief ebenfalls unspektakulär – man sprang eben. Mirar eben 🙂

Der Freitag kam und die Nervosität bei den Zweibeinern stieg, Mirar war letzter von zehn Startern und unberührt vom Nervenflattern seiner Eimerträger. Bis zu seinem Start hatte die Holstenhalle neun wirklich gut springende Pferde gesehen. Wir hätten nicht Richter sein wollen!! Als wir zitternd auf den Start warteten, sprach uns der Hauptsponsor Herr Reinelt an „Was seid ihr denn nervös? Ihr habt doch schon gewonnen! Ihr seid hier! Ihr gehört zu den besten 10 der Qualifikationen in ganz Deutschland!“….. Hmmm, stimmte, da hatte er Recht, für die Nerven hats trotzdem nix genutzt…..

Dann war Mirar dran und machte einen super Job, zeigte sich sehr souverän und abgeklärt – im Gesamten sicher die unspektakulärste Vorstellung von allen, hier erkannte man schon, dass ein Vierjähriger da schon weiter ist. Er sprang eben einfach. Rhythmisch. Durch den Körper. Immer fokussiert auf seine Aufgabe. Nicht höher als er musste.

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Einmal kam er nicht ganz so gut hin, bekam einen Flüchtigkeitsfehler (so ist das eben, wenn Herr Pferd meint, er müsse den oberlässigen geben….!!!), schade, aber es reichte am Ende zu einer sehr guten Kommentierung durch Frank Ostholt und einer Wertnote von 8,45 und einem vierten Platz. Hier ist das Video seines Auftritts inklusive Kommentierung:

img_9183Der Cup wurde von einem überragend springenden Poppeye dominiert, der sich zu Recht das goldene Schleifchen sicherte.

Am Nachmittag um 15:00 Uhr wurde zur Siegerehrung gebeten, alle zehn Pferde wurden nochmals präsentiert und vorgestellt. Mirar benahm er sich mustergültig: Absolut in sich ruhend, Applaus, Musik alles egal – Unser Schatz stand brav und lies in Ruhe alles auf sich wirken, bis er dran war. Was für ein tolles Pferd!

Clip-my-horse übertrug und noch während wir in der Halle standen, ging eine WhatsApp-Nachricht ein. „Mirar kannst Du mitnehmen, wohin du willst! Er blamiert dich nie! Top! Noch viel Spaß!“ – Den hatten wir!

Wir sind nämlich dann unsere Ehrenrunde in der Holstenhalle gelaufen. Was für ein tolles Gefühl! Das jährliche Event in Neumünster ist für uns Trakehner-Leute schon was Besonderes. Mit einem selbstgezogenen Pferd dort einmal im Rampenlicht stehen zu dürfen – auch wenn es „nur“ ein Sportler ist – ist schon was Einzigartiges!!!!

Das wollen wir unbedingt noch einmal!!!!  🙂

img_9154 Über die anschließende Feier in der Stallgasse wollen wir an dieser Stelle lieber schweigen.. nur soviel sei gesagt: Es musste keiner durstig nach Hause gehen 🙂

Lange Rede kurzer Sinn: Es war einfach ein tolles Neumünster!!!!

Ein herzliches Dankeschön geht an Stephan Bischoff, der uns die tollen Bilder zur Verfügung gestellt hat und dem es auch gelungen ist, die Stimmung zwischen Mensch und Pferd enzufangen.

Türchen 2: Generationswechsel vollzogen

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Mit Vertreterinnen dreier Stutenfamilien starteten wir in die Zucht, gestern haben wir unsere Belle Surprise II als letzte dieser drei hier offiziell aus der Zucht verabschiedet.

Belle repräsentiert die Familie der Bellevue O18B3. Oksana, Repräsentantin der Familie der Oka O69A genießt bereits seit  Ende 2014 die Rente und Mirage, Repräsentantin der Familie der Maricka O66A, stand uns ja nur drei Jahre zur Pacht zur Verfügung. Belle Surprise II und Mirage beide dezentral (dennoch mit Prämienpunktzahl) eingetragen führen keine großen Titel. Oksana jedoch wurde damals zentral eingetragen, ist eine leistungsgeprüfte Prämienstute und wurde zudem als züchterisch besonders wertvoll im GP-Programm des Trakehner Verbandes aufgenommen.

Diese drei Stuten sind die Grundlage unserer Zucht, sie sind die Damen der ersten Stunde. Auf Grundlage dieser drei Stuten wollten wir uns züchterisch entwickeln und wir sahen in jeder besondere Eigenschaften, die es zu wahren galt und eben auch – so wie es immer ist – Punkte, man nenne sie auch kleinkariert „Mängel“, die wir gerne verbessern wollten. Fest steht aber, dass für uns jede der Stuten durch ihre eigenen Qualitäten zum Zuchteinsatz überzeugte.

 

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Belle Surprise II hat uns zwei Töchter hinterlassen, die auch beide bei uns in den Zuchteinsatz kommen:

babybelle1Belle Pèlerine = BabyBelle, geboren 2010, ist eine springgewaltige großrahmige Stute, die darüber hinaus das wertvolle Blut ihres von uns geliebten Vaters „konserviert“ und uns bereits mit zwei tollen und bedeutend aufgemachten Hengstfohlen ihr Zuchtdebüt hatte. Ihr erstgeborener Bel Greco überzeugte diesen Sommer durch überragendes Interieur und absolute Rittigkeit sowie ein gewaltiges Springvermögen. Er verließ uns bereits kurz nach dem Anreiten in seine neue Heimat Frankreich. Seither bekommen wir regelmäßig Nachricht aus der neuen Heimat, wie toll der „Grieche“ doch ist. Ihr zweitgeborener Bel Avion fuhr eine Fohlen-Prämienbewertung ein und überzeugt uns jeden Tag aufs neue. Ein ganz besonders typvoller und bewegungsstarker Kamerad!

Belle Pèlerine ist selber eine große Stute, die zwei Jahre länger brauchte, um zu reifen. Wir planen nun Sie in die Leistungsprüfung zu schicken, ebenso wie sie im Sport einzusetzen und dann erneut vorzustellen, denn sie bekam soviel positives Feedback dieses Jahr in Sankt Wendel. Die Zuschauer waren sich einig „Was eine tolle Stute!“ – Anmerkung vom „S“ der SFs: Was ich ja schon immer wusste 😉

Franzi_Sb-2592Es folgte im Jahr 2013 Belle Francaise = Wunderfohlen = Zauber-Franzi. Von Anfang an eine Ausnahmeerscheinung, 2016 wurde sie beste Halbblutstute der und beste Springstute (9,0/ 8,5) der ZSTE Hessen, war als eine der 15 besten zum Freispring-Cup in Neumünster qualifiziert, ist nun Staatsprämien und Prämien-Anwärterin. Belle Francaise hat in 2017 ihr Zuchtdebüt, sie trägt aktuell von Titulus. Das erste Fohlen wird mit Spannung erwartet. In Punkto Fruchtbarkeit scheint sie ebenso wie ihrer Schwester ihrer Mutter nachzufolgen: Regelmäßige gute Rossen und unkompliziert sofort tragend.

Franzi_SeitenbildBeide Stuten konnten sich im Körper im Vergleich zur Mutter verbessern, die Anbindung Mittelhand – Hinterhand ist verbessert und die Kruppenformation ebenfalls. Sie sind ebenso wie die Mutter typschön, ordentlich fundamentiert und haben ein sehr aktives Hinterbein. Im nächsten Step wollen wir den Schwingungsgrad in der Bewegung verbessern – ohne Abstriche am Spring in Kauf zu nehmen. Keine allzu leichte Aufgabe. Die Hengste El Greco TSF und dem ersten Anschein nach auch Davidas haben hier zu BabyBelle sehr gut gepasst.

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Oksana hatte drei Töchter in unserer Obhut und eine ist die designierte Nachfolgerin ihrer Mutter: Staatsprämien- und Prämienstute Oka-Blümchen, auch bekannt als Streber-Blümchen.

Sie war Siegerin Ihrer Leistungsprüfung mit einer Traumnote von 8,3 und wurde bereits dreijährig in das GP-Programm des Trakehner Verbandes aufgenommen („gute Noten bei der Eintragung und in der SLP“ sowie „Noten in der SLP für das Freispringen von 9,0 und besser“).

Auch sie hätte aufgrund ihrer Leistung zum Freisprin-Cup nach NMS reisen dürfen, wenn wir das gewollt hätten. Blümchen erwartet nun Anfang April ihr erstes Fohlen von Davidas.

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Blümchen hat im Vergleich zu ihrer Mutter mir Riss, mehr Rahmen und mehr Mechanik. Auch im Wesen scheint sie unkomplizierter, wobei sie hier natürlich auf ein sehr behütetes Leben zurückgreifen kann. Phlox ist es gelungen, schon mehr Linie hineinzubringen, diese soll Davidas idealerweise erhalten.

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IMG_2610 Mirage hinterließ uns glücklicherweise in den drei Zuchtjahren auch eine Stute: Masurenfee. Auch sie ist eine Vertreterin der spätreifen Sorte und dennoch konnte sie bei ihrer Eintragung 2014 bereits als Prämienstute überzeugen.Sie tat sich durch sehr gutes Freispringen hervor zeigte sich aktiv in der Bewegung und gewann den Preis der besten Halbblutstute. 2016 – zwei Jahre später begeisterte sie mit ihrem Auftritt in Hörstein zum Fohlenchampionat und bekam aus berufenem Munde das „Prädikat“ „bombastische Stute!“ zugeordnet. Bislang hatte sie zwei  Stutfohlen: In 2015 Maracana von Icare d‘ Olympe AA und in Masurenglück von Davidas.

Ihre Trächtigkeiten beendete sie jeweils SEHR früh (312. und 317. Tag) so dass ihre Fohlen zu Beginn recht zart um die Ecke kommen. Und trotzdem alles dran, wei es sein soll und gesund.10407644_731242553603420_1025035806175849293_n

Dennoch haben wir nun die Erfahrung gemacht, dass man diese sorte vor der 12. Lebenswoche gar nicht zeigen muss. Gerade neben der gewaltigen Erscheinung ihrer Mutter, wirkten die Madels in den ersten Wochen was zwuckelig und unbedeutend. Aber dann!!! Immer bergauf, Motor, tolles Interieur – schlicht tolle, tolle Pferde!

Beide Hengste sollten die Halsung von Fee verbessern, vielleicht noch ein mehr Typ, aber eigentlich finden wir ansonsten an der Stute alles genau so, wie wir es gerne hätten 🙂

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2008 trafen wir die erste Anpaarungsentscheidung. Seitdem sind in unserem Stall 17 Fohlen geboren worden. Acht Stuten und neun Hengste. Von den acht Stuten sind fünf dreijährig und älter, vier davon haben wir behalten. Davon sind drei Prämienstuten, zweimal versehen mit dem Titel der besten Halbblutstute und einmal mit den Titel der besten Springstute.

Wir resümmieren also, dass der Generationswechsel erfolgreich vollzogen wurde. Wir haben uns eine gute junge Stutenbasis mit eigener Zucht, eigener Ausbildung und eigener Arbeit geschaffen. – Da sind wir schon ein bisschen stolz drauf 🙂

Türchen 1: Belle Surprise nimmt Abschied von der Zucht

ak2016-1Genau neun Jahre ist es am heutigen Tage her, dass wir unsere Belle Surprise – unsere Belli – ersteigerten.

Unsere First Lady. Unsere „Liebe-auf-den-ersten-Blick“. Unsere Super-Mama. Belle hatte von Beginn an Sonderstatus.

Sieben Fohlen brachte sie seit 2008: Belle Sauvage von Karolinger II, Belle Pèlerine von Sarafan, Beau Cadeau von Finley M, Belgabad von Sixtus, sowie die drei Vollgeschwister Belle Francaise, Bel Francesco und Bel Re von Icare d’Olympe AA.

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Belle Pèlerine von Sarafan:bellebabybelle

Beau Cadeau von Finley M:
babybeau2Belgabad von Sixtus:
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Bel Francaise von Icare d’Olympe AA
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Bel Francesco von Icare d’Olympe AA
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Bel Re von Icare d’Olympe AA
IMG_20852015 hatte sie eine geplante Pause und in 2016 belegten wir sie noch einmal mit Icare und sie wurde auch gut tragend. Belle war immer eine sichere Bank, die Mrs. Perfect unserer kleinen Zucht. Diese Ära ist nun zu Ende und wir nutzen dieses Türchen heute um sie an Ihrem neunten Jahrestag in unserem Besitz auch virtuell aus der Zucht zu verabschieden.

Es passierte diesen Sommer: Nach sechs Wochen Trächtigkeit muss Belli einen Rumpler auf der Weide gehabt haben, sie hatte starke Schmerzen, eine gestörte Motorik, erinnerte an einen Bandscheibenvorfall-Patienten. Die Tierärztin vermutete Spondyl-Arthrosen und dass da ggfs. kleine Frakturen erfolgt wären, ggfs. etwas schmerzhaft drückt. Da ging nur hochdosiert Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Cortison. Bevor wir den Medikamenten-Cocktail untersuchten wir den Fortschritt der Trächtigkeit … und Belli hatte resorbiert. Gemessen an der Situation in der sich die Stute befand, muss man sagen „Gott sei Dank!“ Gott sei Dank in einem so frühen Stadium. Wie schrecklich wäre es gewesen, wenn die Trächtigkeit schon weiter fortgeschritten im sechsten, siebten Monat gewesen wäre und man hätte die schmerzhafte und schwankende Stute händeln müssen. Die Medikation ggfs. einen Abort verursacht hätte oder ein missgebildetes Fohlen…man darf gar nicht daran denken.

Glück im Unglück war, dass das Wetter schön war und die Pferde 24h draußen sein konnten, denn das kam ihr zu Gute. In der ersten Woche hätte es sonst bestimmt nicht funktioniert, sie so in ihrer Koordination gestört aus der Box nach draußen zu bringen.

Unabhängig davon, wie sich alles weitere entwickeln würde, wurde sofort die Entscheidung getroffen, dass Belle aus der Zucht ausscheidet. Und seitdem wächst die Hoffnung, dass sie sich wenigstens für eine schöne Rente berappelt. Sie ist direkt im Sommer umgezogen in den Laufstall, denn dauernde Bewegung tut ihr gut. Immer an ihrer Seite ist Mattes. Die beiden sind echt wie ein altes Ehepaar, das ist schon witzig. Die Herdenleitung hat ihre Tochter BabyBelle übernommen. Das im Übrigen sehr souverän und gerade in den ersten Wochen als Bewacherin ihrer Mutter. Denn die wurde flankiert zwischen BabyBelle und Mattes gegen alle anderen abgeschirmt. Die beiden Beschützer avancierten zu Drachen-Gräten und lediglich die Fohlen durften Oma Belle mal besuchen.

Für uns war es auch ein schwierige Zeit. Es ist zum Einen einfach erschreckend, wenn eine so gewaltige Erscheinung plötzlich in sich zusammen fällt, dünn, arm und alt aussieht und zum Anderen muss man bei allem Wunsch nach Genesung, das Wohl der Stute immer im Focus haben. Nicht aus Egoismus an etwas festhalten, dass möglicherweise besser ein Ende fände. Der geneigte Leser mag glauben, dass seither die eine oder andere Verzweiflungsträne geflossen ist. So war das gefälligst NICHT geplant! Geplant war ein letztes Fohlen in 2017 und dann in die Rente. Und nun stellt sich noch immer die Frage, ob sie letztere überhaupt genießen kann. Aber aktuell sind wir endlich verhalten positiv gestimmt. Sie wird munterer, nimmt ganz, ganz langsam wieder zu und behauptet nach wie vor ihren Rang gegenüber dem Jungvolk. Wir hoffen sie wird noch ein paar Jahre Oma sein. Wir kämpfen dafür!

Danke Belli!
Für Deine wundervolle Fohlen, für Deine Gesundheit, für Deine Umgänglichkeit und Dein tolles Wesen! Wir wünschen Dir eine lange und gute Rente und versprechen, dass Du sie genießen darfst, wenn Du willst! 

– Deine Eimerträger –

Arrivederci Bel Greco.. oder besser „Au revoir et bonne chance!“

IMG_7116Am Samstag verließ uns unser lieber Grieche in seine neue Heimat Frankreich. Roxane entdeckte ihn im Internet, verliebte sich und machte den sprichwörtlichen Sack schnell zu.

Bei guter Ankaufsunter-suchung sollte der Grieche ihr neuer Sportpartner werden. Der Termin für die Untersuchung wurde auf den 04.10. festgelegt. Klinische Untersuchung sowie Röntgen – der Grieche wurde auf den Kopf gestellt und hatte NIX!! Wir freuen uns darüber, dass wieder ein Pferd aus unserer Zucht mit einem Spitzen-TÜV da steht! Ein Beweis dafür, dass nicht nur die Genetik sondern auch die Aufzucht stimmt.

Nun war alles Warten zu viel, schon am Samstag holte Roxane ihn in die neue Heimat. Schade, dass er nicht am Freispring-Cup teilnehmen wird in Neumünster, er hätte sicher sehr gute Chancen auf einen der vorderen Plätze gehabt, denn er hat sich am Sprung gewaltig entwickelt! Dass seine neue Besitzerin aber darauf verzichtet, ist mehr als verständlich, denn aus Frankreich wäre die Reise doch was arg weit und das Risiko eines Infekts oder einer Verletzung ist eben auch immer gegeben. Und dann wofür? – Sie liebt ihren Griechen mit oder ohne Platzierung im Cup. Fest steht, er gehörte zu den 15 besten in Deutschland.

Wir wünschen unserem Griechen uns seiner neuen Eimerträgerin Roxane das Allerbeste! Viel Erfolg und Glück!

Bonne chance chers amis!

Mr. Perfect unter Dach: Mirar startet sein erstes Hallenturnier

img_5757Am 03. Oktober startete unser Mirar seine vierte Springpferde A in Troisdorf / Haus Rott.  Es war die erste Hallenprüfung seines jungen Springpferdelebens und er meisterte die Aufgabe mit Bravour und fehlerfrei. Er erhielt eine 7,1 für diese ansprechende Runde.

Er wird immer souveräner und ruhiger im Anreiten, das „Überengagement“ wird weniger. Bei dieser Runde war nur ein kurzes Stück Kreuzgalopp zu bemängeln, da waren sich Tina und er auf die kurze Seite zu nicht ganz einig.

Für die Platzierung hat es nicht gereicht, da musste er sich den älteren Kollegen geschlagen geben, aber wieder bleibt zu konstatieren, dass der Bursche einfach alles immer gut machen will!

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Er ist und bleibt ein Schatz!! Hier gibt es auch ein Youtube-Video des Rittes 🙂

 

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Bel Greco startet in die Ausbildung oder „Reitpferd Grieche“

gelaendekl-8613Nachdem die Qualifikation zum Freispringcup durch war, hatte der Grieche erst mal wieder ne Woche Urlaub. Waren ja schon viele Eindrücke zu verarbeiten und im Vergleich zu seiner Zeit in der „Junggesellen-WG“ auch  alles sehr aufregend!

Wobei bei dem Herrn offenbar proportional zur Masse in den letzten Jahren auch sein Selbstbewusstsein gewachsen ist. Aber das war zu erwarten. El Greco ist ein cooler Kerl, BabyBelle ebenfalls durch nichts zu erschüttern…. und wer drei Jahre zuvor bereits zahnlos seine Mutter und seine Box verteidigt bringt wohl genügend Mut von Hause aus mit. Er hatte schon immer eine sehr eigene Meinung von Dingen und verfolgte diese auch von jeher. Und das auch kreativ, ein „Nein“ wurde schon als Fohlen erst akzeptiert, wenn alle unterschiedlichen Varianten (meist 3-4), die er sich zur Zielerreichung ausdachte, scheiterten.

IMG_6999Leider ist er auch nicht leicht zu korrumpieren. Ob da *feiiiiiin* gerufen wird oder ob in China ein Sack Reis platzt, interessiert ihn ungefähr genau gleich viel. Sprich, das Äpfelchen ist ja nett, wenn es gerade rein passt, aber wenn nicht, auch nicht schlimm – ist ja nicht so, als hätte er Hungersnot….. Alles in allem ist der Grieche eine sehr beeindruckende Persönlichkeit! Mords Dampf. Von der Weide weg schon einen Riesenhintern. Bewegt sich. Springt, als wäre es das Selbstverständlichste der Erde. Allererstes erklärtes Ziel zu Beginn des Händlings war also seine Wünsche auf unsere einzustellen.

Das gelang nach einigen „Mein-Platz-Dein-Platz-Spielen“ eigentlich recht gut und wir bekamen in den gesamten Umgang langsam etwas Kultur. Mensch musste nicht mehr konstant um Füße und Kopf fürchten, die wahlweise den trampelnden „Hüfchen“ oder dem in Unmut schleudernden „Gesichtchen“ des Griechen ausgesetzt waren. Der Grieche entdeckte das Duschen für sich und liebte so ziemlich von Beginn an.

gelaendekl-8486Wir wiederum entdeckten das Knotenhalfter für uns! Eigentlich haben wir zu dem Teil ein echt gespaltenes Verhältnis, aber für den Griechen war es toll, er lief damit auch sehr zufrieden an der Longe, verstand das System besser – es ist nämlich wichtig für ihn, dass er alles versteht!! –  und es konnte dann die Trense, die er zu Anfang schon sehr deutlich „Bäh“ fand und runterschütteln wollte, folgen.

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Das Anreiten war dann mal ein echter Hammer! Wir sind unkomplizierte Pferde gewohnt, alle waren bislang cool beim Anreiten. Aber der Grieche toppte alles. Longe gabs nicht, weil er da schlicht immer wieder versuchte sich blitzschnell rauszudrehen und sich dann auch in aller Seelenruhe in die Longe einwickelte, frei nach dem Motto „ja, dann pack mich doch erst mal in Ruhe wieder aus, bevor wir weitermachen“. Da mag man dann ja nicht wirklich drauf sitzen. Also direkt ohne Seil und „doppelten Boden“ außen rum. Der Grieche war klasse! völlig tiefenentspannt! Schon beim vierten Mal ging es im  Schritt, Trab und Galopp außen rum. Beim elften Mal Reiten sind die Bilder dieses Beitrages entstanden. Der Grieche ruht in jeder Lebenslage in sich und seiner Selbstsicherheit. Zudem findet er das ganze Thema wohl toll! Uns macht es auch Spaß! 🙂 Wir sind gespannt, wie es weiter voran geht!

Vom Geländetraining und der Feststellung des „perfekten Pferdes“

gelaendekl-8134Was ein Spätsommer und was ein Herbstbeginn! Petrus muss uns alle lieben! Allen voran wohl auch die Wasserwerke, denn die Mengen, die es gerade braucht, den Reitplatz nur einigermaßen bereitbar zu halten, lassen die Uhren rotieren. –  Aber wir wollen uns gar nicht beschweren, die Bedeutung der paar Tropfen Wasser verblasst doch, vor den tollen Trainingsmöglichkeiten, die dieser schöne Herbst bietet und so wird aus der Not eine Tugend und das Training des vierjährigen Mirar wird eben ins Gelände verlegt.

gelaendekl-8161Wir hatten diverse Klettertouren in den letzten Wochen – Touren für die Seele – am Rande der Wahnbachtalsperre, durch den Wald, immer begleitet vom Sonnenglitzern auf der Wasseroberfläche, dass durch die Baume zu sehen war. Liest sich kitschig und das war es auch! Kitschig und traumhaft schön. 🙂

Und auch in dieser „Disziplin“ glänzte unser Mirar. Am langen Zügel bummelte er gemütlich vorbei an allen „Schrecken“, die solch Ausritte für junge Pferde so mit sich bringen: Fahrräder, Autos, schnatternde Gänse mit ausgebreiteten Flügeln am Zaun, bockende Jungrinder, sogar ein Rasenroboter kreuzte unseren Weg… kurzes Klopfen und weiter gings! Bergauf und bergab geklettert, durch den Wald getrabt und galoppiert, über einen kleinen Stamm gesprungen, übers Stoppelfeld galoppiert – und alles immer fein an den Hilfen, sofort zu parieren, um dann entspannt am langen Zügel Schritt zu gehen.

gelaendekl-8309gelaendekl-8149Am Ende des Rittes dann „Ich finde, das hat er ganz ordentlich gemacht.“ Antwort von der jungen Mitreiterin: „Nein, das war nicht ordentlich, das war toll! Der Schmali ist einfach perfekt!“ – Und Recht hat sie wohl! Er ist perfekt für alle Belange des täglichen Reiterlebens. Nur schwarz, schwarz ist er leider nicht…..

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Tschakka!!! – Qualifiziert!!! :-)

mirarfrontkl-7765Im Rahmen des Trakehner Hengstmarktes 2016 veranstaltet der Trakehner Verband als gesondert ausgeschriebene Prüfung einen Freispringwettbewerb für 3- und 4jährige Stuten, Wallache und nicht gekörte Hengste. Der Freispringcup in Neumünster wird von einem Interessenkreis zur Förderung des springbegabten Trakehners unterstützt und ist mit einem attraktiven Preisgeld dotiert.

Für die Teilnahme am Freispringcup auf dem Hengstmarkt war eine vorangehende Qualifikation erforderlich. „In diesem Zusammenhang konnten sich bereits auf den Zentralen Stuteneintragungen mehrere hervorragend springende Stuten für die geplante Veranstaltung empfehlen.“  titelte es in den Ausschreibungsunterlagen. Hierzu zählten sowohl unsere Franzi, also auch unsere Blümchen. Erstere in diesem Jahr beste Springstute ihrer Eintragung, letztere im letzten Jahr durch ich überragendes Freispringen aufgefallen und bereits in jungen Jahren in das GP-Programm Springen berufen.

Wir erfuhren erst Ende Juli von diesem Cup, genau gesagt, wurden wir auf dem Bundesturnier angesprochen, ob wir denn die Stuten nach Neumünster bringen würden. Aber beide Mädels schieden für uns aus, denn sie befanden sich ja bereits im Mutterschutz. Sicher, eine Trächtigkeit ist keine Krankheit, aber eine solche Reise muss man doch einer tragenden Stute nicht zumuten. Darüber hinaus hat uns Fee gelehrt, dass sich die Trächtigkeit teilweise nicht gerade positiv auf das „durch-den-Körper-springen“ auswirken kann.

mirarfsAber wenn wir uns in Trakehner Kreisen das Springpferd auf die Fahne schreiben, gehört es für uns auch zum Pflichtprogramm, eine solch tolle Initiative nach besten Möglichkeiten zu unterstützen und mit Leben zu befüllen.

So hieß es also für die Jungs aus unserer Zucht die Fahne hoch zu halten: Der vierjährige Mirar und der dreijährige Bel Greco nahmen an einer der Qualifikationsmöglichkeiten zum Freispringcup im Rahmen der Hengstmarktmusterung teil. Für Mirar war das eine weniger spannende Aktion. Zum einen war er voll im Trianing und zum Anderen auch regelmäßige Touren im Anhänger gewohnt, denn er hat ja auch schon die ersten Turnier-Parcours unter dem Reiter in diesem Sommer absolviert.

griechefsBel Greco allerdings war eine ganz andere Nummer, denn der wurde – mit Perspektive Freispring-Cup – erst am Sonntag, den 30. Juli eingestallt. Zuvor verbrachte er seine Zeit auf der 24h-Jungswiese mit Morgenstern, Omari und dem König. In 14 Tagen kann man nix reißen, aber zumindest konnten wir ihm mal kurz ein paar bunte Stangen zeigen. Als er dann gut zwei Wochen nach Einstallung  die Cup-Quali bestritt – reichlich untrainiert und noch kantig, mit dickem Weidebauch – haben wir uns am Abend vor unserem Pferd verneigt!

Nach einer ganz unspektakulären Tap-Tap-Tap-drin-bin-ich-Verladeaktion standen die zwei Protagonisten die bummeligen 150 km Reise zum Termin wie zwei Alte. Dort angekommen durften sie zunächst in die Boxen. Dann zum Springen rein in die Halle, ein bisschen hoch und runter getrabt und dann am Sprung mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte er das schon 1000 mal gemacht. An 1 und 2 vielleicht was sehr nachlässig, da „klonkte“ es mal, aber hinten raus immer konzentriert. Untrainiert!!

Seit gestern ist das Ergebnis der Bemühungen nun offiziell: Beide Jungs stehen auf der Liste der qualifizierten Teilnehmer für den Cup in Neumünster. Wir sind stolz auf unsere Pferde und freuen uns auf das Event! Heute in vier Wochen sind wir schon im Hohen Norden! 🙂

Des kleinen Flugzeugs Jungfernflug … Oder Flieger grüß mir die Sonne!

BelAvion_SanktWendel-733427. August, 14:00 Uhr – Der kleine Bel Avion reist gemeinsam mit seiner Mutter ins Saarland, um am 28. An der dortigen Fohlenschau teilzunehmen. Traumhaftes Sommerwetter begleitet ihn, bei über 30° Grad startet die Reise.

Der Einstieg in den Anhänger funktioniert mustergülig, die Fahrt verläuft ruhig und gemütlich, um 17:00 Uhr ist Ankunft. Box beziehen, Abendessen für Mensch und Tier und ein gemütlicher Ausklang des Tages bei noch immer tropischen Temperaturen.

Am nächsten Morgen wird in aller Ruhe eingeflochten, mit leichter Verspätung startet die Fohlenschau. Bel Avion zeigt sich gut, sein schöner Typ, seine Tolle Reitpferdehalsung und der harmonische Körper werden ebenso besonders hervorgehoben, wie seine gute Galoppade. 55 Punkte stehen zum Schluss auf dem Fohlenbewertungskärtchen, ein ordentliches Pfund Prämie!

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Besonders gefreut hat uns (vor allem das „S“ von „SF“ ;-)) auch, wie viele Leute unsere BabyBelle, die ja bislang noch gar keinen öffentlichen Auftritt hatte, mochten. Lob gab es unter anderem von Stutenkommissar Mathias Werner: „Eine tolle Stute habt Ihr da, die mag ich leiden!“ Dies zeigt mal wieder, dass es eben auch Pferde gibt, die länger als 3 Jahre in ihr Format hinein wachsen müssen.

Hier ein paar Impressionen der Veranstaltung:

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Ein kleiner Flirt mit der Dressur … :-)

Springen ist ja ne prima Sache, aber berechtigter Weise interessieren sich ne Menge Leute eben auch für die Dressurveranlagung des Youngsters. Das ist bei Mirar alles prima, aber um es auch in Bild und Film zu dokumentieren, machten wir uns auf den Weg nach Lülsdorf, Nina Blindenbacher hatte netterweise angeboten, gemeinsam mit Mirar für uns zu „modeln“.

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Nina nahm also nun zum ersten Mal im Sattel von Mirar Platz und zog ihre Runden auf dem großen Außenplatz in Lülsdorf. Mirar machte einen super Job, auch wenn sowohl die Führanlage als auch die roten und weißen „Riesen-Schlangen“ (Wasserschläuche) zunächst was gruselig waren und er sich am Anfang auch noch was hinter die Senkrechte verkrabbelte. Aber Mirar wäre eben nicht Mirar, wenn er sich nicht zusammen nehmen und sich dem Grusel tapfer stellen würde. Nach kurzer Zeit hatten die beiden sich aufeinander eingestellt und machten echt ein tolles Bild!

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Ninas Fazit nach gut 30 Minuten lautete dann: „Da habt ihr ein ganz feines Pferd, wenn das mit dem Springen nix wird, nehme ich den gerne Dressurpferde A und L mit!“ – Das freut uns doch, denn nicht zuletzt ist die „Bedienbarkeit“ durch jeden Reiter eine der wichtigsten Qualitäten eines Pferdes.

Tja… und es muss wohl dann ein vielseitiges Zuhause her, weil der richtige Spaß liegt wohl doch eher hierbei  ;-)….Happach-6534

 

 

Endlich Sommer!! – Ein schneller Rückblick auf die letzten acht Wochen…

Der Juni war mit knapp 185 Liter Regenwasser auf den Quadratmeter Boden so ziemlich das Nasseste was wir seit vielen Jahren hatten. 203% im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010 (100 Prozent) angezeigt. Ärgerlich für jeden, der einfach nur schönes Sommerwetter genießen will, eine logistische Höchstleistung für den Züchter, der in dieser Zeit zwei junge Mütter mit gerade frisch geborenen Fohlen zu managen hat! Denn, dass man die kleinen Fuzzies nun nicht in mehrstündigen Dauerregen stellen möchte, sollte klar sein. Das mag auch alles in Ordnung und machbar sein, wenn es sich bei den Müttern um erfahrene, abgeklärte und deutlich erwachsene Damen handelt. Bei unseren beiden Youngstern Fee und BabyBelle ist allerdings noch jede Menge eigener Dampf und Bewegungsdrang vorhanden. Hinzu kommt darüber hinaus, dass sie „eingesperrt sein“ nun mal nicht kennen… kurz: Das Wetter im Juni brachte Mensch und Tier in Wahn an den Rande des Verstandes und schaffte eine „explosive Stimmung“, denn es waren ja nicht nur die Stuten mit Fohlen, die Auslauf brauchten und nicht auf die völlig abgesoffenen Weiden konnten, sondern auch die Ausbildungspferde wollten gearbeitet sein … – Neben all diesem „Pferde-jonglieren“ kam unsere Homepage ein wenig kurz, so dass wir hier nun eine kurze Zusammenfassung der letzten Monaten für die jeweiligen Protagonisten zur Verfügung stellen:

Belle Francaise (Franzi) hatte nach ihrer Eintragung noch ein paar Dinge auf dem Tanzkärtchen stehen. 1. Tragend werden, 2. Leistungsprüfung und 3. Staatsprämienvergabe in Wickrath.

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Beginnen wir mit der erfolgreichen Besamung: Anfang Mai 2017 erwartet Franzi ein Fohlen von Titulus. Der Ausgang der Leistungsprüfung, die am 02. Juli in Hohenahr / Hessen stattfand, war leider nicht ganz so erfreulich. Das Freispringen beendete Franzi als mit Abstand beste Stute und der Note 9,0. Ein guter Grundstock für alles weitere. Aber dann verfolgte uns das Pech. Beim Abreiten zur Dressuraufgabe erschrak sie sich draußen, bockte weg, verdrehte sich etwas und muss sich bei dieser Aktion wohl vertreten / verrissen haben, denn leider fiel sie am Ende der Prüfung wegen leichter Lahmheit aus. Sehr frustrierend, denn bis dahin hatte sie einen wirklich guten Job gemacht. Also auf ein neues in 2017.

13754077_1139541466104686_9213277002917848038_nZur Staatsprämienvergabe zeigte sie sich sehr gut und wurde als beste der drei springbetonten Stuten hinter ihren Dressur-Kolleginnen auf Rang sechs platziert. Wir waren sehr zufrieden, denn traben ist nun einmal nicht ihre Stärke. Da ja die wenigsten Parcours im Trab gewonnen werden, kann uns das allerdings auch nicht wirklich betrüben. Der Geschäftsführer und Zuchtleiter des Rheinischen Pferdestammbuchs, Herr Martin Spoo, kommentierte „eine traumschöne Stute in perfekter Körperharmonie…“ – Ja, das trifft wohl auf unsere Franzi zu ☺.

Aufgrund ihrer überragenden Springleistung wurde Franzi zum Freispring-Cup anlässlich des Trakehner Hengstmarktes eingeladen. Diese Reise wollen wir ihr aber tragend nicht zumuten, so dass sie nicht antreten wird. An Ihrer Stelle werden wir versuchen, einen oder zwei Stallkollegen aus dem männlichen Lager zu qualifizieren. Mehr werden wir am 18. August wissen.

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Masurenglück hat sich prächtig entwickelt und machte am 03. Juli ihre erste große Reise zur Fohlenschau nach Hörstein.

13576686_1129411140451052_6400467485068166708_oDer aufmerksame Leser wird an dieser Stelle feststellen, dass es sich hierbei um den Tag nach der Leistungsprüfung handelt. Korrekt! Einflechten, ausflechten und 100e Kilometer mit Anhänger abreißen – das beschreibt das Wochenende recht gut. Das kleine Glückskind muss an dem Tag wohl einen Clown gefrühstückt haben, denn anstelle manierlichen Schritt zu zeigen, versteifte sie sich auf die Schule über der Erde… Sie bockte wie eine kleine Wildsau, so dass es letztlich nicht für den Endring reichte, aber sie erhielt eine tolle Kommentierung durch Erhard Schulte und Mathias Werner. Viele Leute sprachen uns auf unser tolles sportliches Fohlen an und Fee zeigte sich wirklich beeindruckend! „Was für eine bombastische, bedeutende Stute!“ hieß es von allerhöchster Stelle.

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13700220_1137022869689879_7768126528312994659_nBel Avion sollte eigentlich mit nach Hörstein, aber das hatten wir kurzfristig gecancelt, denn das Wachstum versetzte ihn derzeit in eine ausgesprochen ungünstige Phase. Analog ihrer Mutter pumpt auch BabyBelle ihre Kinder auf, so dass das kleine Flugzeug aktuell sein Synonym wohl in der dickbäuchigen Antonow 225 fände und den spitznahmen „kleiner Buddha“ nicht ganz zu Unrecht von unserer Tierärztin erhielt. Er wird Ende August nach Sankt Wendel reisen und an der Fohlenschau teilnehmen, die im Rahmen der Veranstaltung Pferd und Mensch stattfindet. Auch sein Vater wird an diesem Wochenende dort sein und wir sind sehr gespannt darauf, ihn unter dem Sattel bewundern zu können.

Unsere Belli ist nach einem Jahr Pause nun zum vierten Mal wieder besamt und tragend von Icare d‘ Olympe AA. Am 12. Mai 2017 ist der errechnete Geburtstermin. In der Zwischenzeit ist sie mustergültige Tante und Oma für die zwei Racker von diesem Jahr. Vor allem das Glückskind fühlt sich sehr zu ihr hingezogen. Oka-Blümchen hat die ersten 90 Tage ihrer Trächtigkeit rum und freut sich des Lebens! Sie hatte drei Monate „Urlaub“- kein Reiten, kein Longieren, kein Freispringen. Ab August wird Sie wieder ein bisschen arbeiten, das aber wohl mehr in Form von lockerer Schwangerschaftsgymnastik. Ihr Fohlen könnte ein echter Aprilscherz werden – errechneter Termin ist der 01.April 2017.

oxerMirars erstes Turnier fiel leider ins sprichwörtliche Wasser. Der Springplatz zur Springferde-A in Köln-Porz glich einer Seenplatte, strömend fiel der Regen von oben – es war ganz furchtbar und an 6 war dann auch die Reise zu Ende. Wasser-Ein- bzw. –Aussprünge hatten wir nicht geübt….. Sein zweites Turnier fand bei bestem Wetter in Much Kerzenhönchen statt. Zu Beginn was „fröhlich“ und übermotiviert kam er zu 2 was dicht und bekam einen Fehler. Danach schenkte er dem Parcours seine volle Konzentration, zeigte sein Vermögen und lief eine schöne rhythmische Runde bis zum Schluss. Wenn man bedenkt, dass die ersten Turniere zum Gewöhnen sein sollen und das Ziel lediglich „ankommen“ heißt, haben wir hier schon ein gutes Stück Weg erledigt. Anfang August sind wir wieder unterwegs. Berichte folgen. Versprochen!

Alles was Du kannst, kann ich noch viel besser! …

… mag sich unsere BabyBelle wohl gedacht haben, als Sie Fee mit ihrem Fohlen sah. Ebenfalls an Tag 317, kurz vor Mitternacht schenkte Sie ihrem kleinen Sohn Bel Avion das Leben. Eine Bilderbuchgeburt von einer Bilderbuch-Mama, die ihr zweites Fohlen ganz souverän mit Liebe und Konsequenz zur Milchbar dirigierte.

Bel_Avion-2599Hoffen wir, dass der Name Bel Avion in einigen Jahren zur Bestimmung wird und unsere „Schönes Flugzeug“ dann durchstartet. Bilder des ersten Ausfluges folgen…..

SF Belle Francaise feiert ihre ersten Erfolge!!

Franzi_Sb-2592Sonntag, den 29.05. ging es in aller Frühe los Richtung Alsfeld. Zentrale Stuteneintragung des Trakehner Verbandes. Knapp 200 km waren zu absolvieren und Franzi kam gut an. Nicht geschwitzt oder zittrig, ganz im Gegenteil, Heu und Frühstück waren genüsslich wahrend der Fahrt aufgegessen worden.

09:30 Messen: Die genomische Selektion verlangt ja Haarproben. Der Messbeauftragte marschierte also Richtung schweif und zack! wurden mit der Zange ein paar Haare ausgerissen. Als der dann mit dem Stockmaß kam, war er schon nicht mehr Franzis Freund! …. Aber mit Auge zuhalten ging es doch-

168 cm Stockmaß / 19,5 cm Röhre

Und man merke erstmalig: Die Dame ist in der Fremde schon mit einem gewissen Dampf versehen…..

10:00 Uhr Freispringen und Freilaufen mit anschließendem Schrittring. Als sie dran war, war dann der Trab i.O. und im Galopp blieb sie leider etwas unter ihren Möglichkeiten, denn das „Wutschen und Wedeln“ der reichlich vorhandenen Peitschenführern überforderte sie etwas 🙂 Schlussendlich gab es für den Trab eine 7 und den Galopp eine 7,5. Der Schritt war sehr ordentlich am ganzen Tag, mit der 7,5 wir waren zufrieden, denn wenn Sie das Modell „hektisches Äffchen“ gegeben hätte, dann hätte das auch durchaus in einer 6,x enden können…..

Dreieck mit ’nem fremden Läufer war nicht so ihrs. Aber sie ließ sich ordentlich einmustern! Eine 8,5 gab es für den Typ, eine 8 für den Körper und eine 7,0 für das Fundament, das einfach abstammungsbedingt bei aller Korrektheit etwas leichter ist.

Im Gesamteindruck gab es die 8,0 – nicht zuletzt wegen des sehr guten Freispringens, dass in der Manier (9,0) als bislang bestes der Eintragungsreise hervorgehoben wurde.

Wir waren in jedem Falle sehr zufrieden mit Gesamt 53,5 Punkten!!

Große Freude!! Das dritte Jahr in Folge Prämie!! Zudem gewann unsere Franzi den Sonderehrenpreis der besten Halbblutstute und den Sonderehrenpreis der besten Springstute. Ein bombastischer Erfolg!!!!!

Hier ein Video der Kommentierung / Ring 3 Jährige:

Und hier ein paar Impressionen:

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Willkommen Masurenglück!

Masurenglück von Davidas aus der Masurenfee von Bonaparte N AA

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Unsere Fee gab erneut die „schnelle Brüterin“… Nach 317 Tagen purzelte am 25.05. um kurz vor halb zwei ihre Tochter Masurenglück ins Stroh. Es war eine komplikationslose Geburt in Idealmanier.

Wie wir es schon von Engel kennen, sind Fees Zitzen wohl nicht so einfach für das Neugeborene und dazu beharrte das Glückskind  bei jeder Hilfestellung darauf, es doch besser zu wissen und es alleine zu können……Dies zog sich bis in die Morgenstunden und hatte etwas Nerv-Charakter. Als es dann allerdings endlich! begriffen war, ging es in Ideal-Manier nach Gießener Vorsorgeschema weiter. Eine ganz vitale kleine Maus, in vielen Punkten an ihre Schwester vom letzten Jahr erinnernd.

Fee ist eine Supermami nun mit Nummer zwei, bei der langwierigen Milchbarsuche ihrer Tochter fehlte nur noch, dass sie einen Handstand versuchte, um es ihr zu erleichtern. War sie bei Engel noch unbeholfen und ein wenig trampelig, ist sie nun ganz vorsichtig und umkreist ihre liegende Tochter auf Zehenspitzen.

Impressionen vom ersten Ausflug: IMG_1501 IMG_1509 IMG_1517 IMG_1543 IMG_1555 IMG_1561 IMG_1573 IMG_1768 IMG_1771 IMG_1773 IMG_1844 IMG_1876 IMG_1933 IMG_1907

Nach langer Zeit ein Lebenszeichen……

Nach fast fünf Monaten gibt es mal wieder ein Lebenszeichen und den Zwischenbericht von Trakehner-SF……. Was gibt es zu erzählen?

Franzi ist angeritten! – Was für ein Streber-Teil!

In einem der Adventstürchen hatten wir ja zum abgucken gemutmaßt und spekuliert „Da Franzi seit frühester Jugend immer beim Reiten zuguckt, sollte wohl auch das dann innerhalb von wenigen Tagen im nächsten Frühjahr gegessen sein, denn wie wir jetzt gelernt haben, übt das Streberlein ja schon heimlich auswendig.“ Es scheint tatsächlich so zu sein…. Longieren ging ab dem zweiten Mal mit Sattel, dann durfte nach drei Malen auch direkt der Reiter Platz nehmen und genau an ihrem dritten Geburtstag, war sie das sechste mal unterm Sattel und lief das erste Mal frei außen rum ohne Longe. Schritt, Trab und Galopp versteht sich. Auf beiden Händen, selbstredend! Alles andere wäre ja langweilig. Sie ist die Ultra-Mega-Streber-Franzi!!! Ein kleines Filmchen ist auch entstanden:

Heute haben wir sie mit Titulus besamt und hoffen sehr, dass es direkt auf Anhieb und trotz des aktuell sehr eisigen Wetters geklappt hat.

 

Mirar_Apr2016-9878Mirar macht mittlerweile einen sehr ordentlichen Job am Sprung unterm Reiter und ein kleiner Parcours mit einigen Sprüngen in Folge funktioniert schon ganz gut. Er will das auch gerne, sein Blick zum Sprung ist immer wach, er ist sehr engagiert. Nun muss er noch lernen, dass man auch manchmal auf den Reiter warten muss 😉

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Karfreitag waren wir außerdem auf dem Freispringcup in Hörstein. Hier bleib er leider etwas unter seinen Möglichkeiten: Ein Steher, weil er sich mit den Peitschenführern uneins war ging zu Lasten der Techniknote. Aber so was kann bei einem jungen Pferd eben passieren und so wurde er letztlich vierter und wir können nach dieser Erfahrung mit Sicherheit berichten, dass er sich in der Fremde vorbildlich verhält, jederzeit gelassen seines Weges geht und auch eine längere Hängerfahrt mit Unterbringung in einem fremden Stall gut verpackt.

Die Mamis gehen in den Endspurt und tragen dicke Bäuchen durch die Gegend. Noch gut sechs Wochen sind es bis zu den errechneten Terminen 12.06. (Fee) und 19.06 (BabyBelle). Nach Fees letztjähriger Geburtsaktion nach 312 Tagen mit Maracanã wird da in diesem Jahr ab dem 300. Tag die Überwachung stehen. So was macht die mit uns nicht noch mal!!

EngelBarbaraApropos Maracanã; Die Kleine hat uns am letzten Wochenende in ihre neue Heimat verlassen. Einmal mehr zeigte sie ein mustergültiges Verhalten als sie die große Rampe in den LKW hoch kletterte. Keine fünf Minuten hat es gedauert, dass die kleine Jährlingsmaus verladen war. Sie beeindruckte selbst den Transporteur! Nach knapp 5 Stunden hatte sie ihre neue Heimat erreicht und wird da nun von ihren neuen Menschen vertüddelt, bis es Anfang Mai auf die Sommerweide geht.

Neues dann wieder demnächst in diesem Kino 😉

Türchen 24 – Frohe Weihnachten!

24Hallo liebe Leser,

ich bin es, Eure BabyBelle – auch in diesem Jahr darf ich wieder das letzte Türchen schreiben. Ich hoffe Ihr hattet Spaß an den letzten 23 Tagen!

Ich habe mich dieses Jahr reiterlich gut weiter entwickelt und bin mit der großen Eimerträgerin sogar schon einen kleinen Parcours gesprungen. – Überhaupt ist die große Eimerträgerin MEIN ganz persönlicher Mensch. Sie hat auch immer Verständnis für meine Befindlichkeits-Störungen. DER Eimerträger ist da kritischer, aber ich glaub ja, dass er bloß eifersüchtig ist. Naja, in jedem Falle war ich ganz gut im Gang, als ich im Juli mal ein bisschen zu laut mit Mattes geflirtet habe… und zack, schon biste schwanger, weil die Streberin aus dem Nachbarstall DAS natürlich nicht auf  die Kette bekommen hat! Aber sonst so erwachsen tun… – Naja, auch gut. Ich bin schließlich gerne Mutter!

Die Eimerträger haben das Jahr im Laufschritt erledigt. Mit uns ganzem Jungvolk und dem Anreiten, den neuen Fohlen und ein bisschen Stallrenovierung  – Langeweile kam hier nie auf. Unser Auslauf ist was schöner gemacht worden. Wir haben ein großes neues Wasserfass auf die Weide bekommen, weil Fee, das Spieltier das kleine immer zum Füße-baden benutzt hat. Und ihre rotzige Tochter natürlich direkt mit. Wir restlichen durften dann betreten in die dreckige Brühe starren. Ne Bremsenfalle wurde auch montiert – Tolles Ding und wirklich nützlich! Jedenfalls hatten die Eimerträger eben mal wieder Urlaub auf dem „Reiterhof“. Aber wer braucht schon Strand und Meer, wenn er uns hat, oder?

Weil Weihnachten Zeit für Geschenke ist, möchte ich Euch heute eine Zitatsammlung schenken. Sachen, die kluge Pferde-Menschen mal gesagt haben und die mir gut gefallen!

Egon von Neindorf: „Wenn dein Pferd einen Fehler macht, so suche die Ursache bei Dir. Und solltest du sie nicht finden, dann suche gründlicher!“

Nuno Oliveira: „Ich glaube, dass es zwei Arten von Reitern gibt, solche, die ihr Pferd recht geschickt wie ein Werkzeug benutzen, und solche die es lieben und die wollen, dass es alle Eleganz zum Vorschein bringt, die es nur haben kann. Die ersten sind nicht weniger Experten als die letzteren. In Dressurprüfungen mögen sie gar überlegen sein, weil sie nie das Risiko eines Fehlers aufgrund eines Nachgebens der Hand oder zugunsten der Légèreté eingehen. Die letzteren sind immer in Gefahr die verkannten Meister dieser Kunst zu sein. Von der großen Masse der Reiter werden sie nicht verstanden, da diese den Unterschied in den eingesetzten Mitteln nicht erkennen. Nur die letzteren genießen jenes echte Vergnügen, ein Pferd unter dem Sattel zu haben, das ohne Zwang mitarbeitet, wie ein Freund. Man muss in der Leichtheit arbeiten. Alles andere ist die Tötung der unschuldigen Kinder.“

Manuel Jorge de Oliveira: „Reiten ist vielmehr Philosophie, die Intensivierung des Lebens, die Verdichtung der Gefühle und vor allem ist es eines: Lernen geduldig zu sein, und dem Pferd zuzuhören.“

Kurt Albrecht: „Ausbildung darf immer nur Verfeinerung und Vervollkommnung der Natur darstellen. Wird diese Natur auch nur im Geringsten vergewaltigt, verliert sie ihren durch nichts zu ersetzenden Stellenwert. Wer einem so stolzen, herrlichen Geschöpf dieser Schöpfung seinen Adel nimmt, degradiert es – und gleichzeitig sich selbst als Mensch. … Je höher die Anforderungen sind, die an ein Pferd bei seiner Ausbildung gestellt werden, desto höher müssen auch die Anforderungen sein, die der Mensch an sich selbst zu stellen hat. Schon allein die Tatsache, von einem völlig anders gearteten Lebewesen verstanden und respektiert zu werden, vermag einem nicht völlig Gefühlsarmen genügender Dank für jede geistige und körperliche Anstrengung sein.“

Alois Podhaisky: „Das Pferd lehrt den Menschen Selbstbeherrschung, Konsequenz und Einfühlung in Denken und Empfinden eines anderen Lebewesens – es fördert also Eigenschaften, die für unseren Lebensweg außerordentlich wichtig sind. Ein wahrer Jünger der Reitkunst wird darüber hinaus durch den Umgang mit seinem Pferd lernen, dass nur die Liebe zum anderen Lebewesen und das gegenseitige Verstehen das Erreichen von Höchstleistungen ermöglichen.“

Gustav Steinbrecht: „Wer wirklich ein Meister der Reitkunst werden will, muss neben vielen anderen guten Gaben auch über die verfügen, dass ihm schon die Bewältigung von Schwierigkeiten an sich Vergnügen macht und seine Stimmung nicht nur nicht getrübt, sondern dadurch sogar noch gehoben wird“.

James Fillis: „Diejenigen Reiter, die sich irgendwelcher Hilfsmittel bedienen, sind nicht imstande, sich dem Pferd verständlich zu machen, weil sie niemals dahin gelangen zu seiner Intelligenz zu sprechen. Wer Hand und Schenkel durch Instrumente ersetzt, lässt an der Stelle von lebendigen – tote Hilfen treten!“

Antoine de Pluvinel: „Wir sollten besorgt sein, das Pferd nicht zu verdrießen und seine natürliche Anmut zu erhalten, sie gleicht dem Blütenduft der Früchte, der niemals wiederkehrt, wenn er einmal verflogen ist.“ 

Und ganz zum Schluss Jean–Claude Dysli „Ein Pferd als Freund, ist ein Geschenk, das man sich selber macht!“

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein Frohes Weihnachtsfest und drücke wie jedes Jahr die Daumen für Euch, dass Ihr genauso tolle Vierbeiner habt, wie wir hier welche sind! Und wenn nicht, dass ihr bald welche findet! Denn denkt immer daran: Man kann ohne Pferde leben, es lohnt aber nicht! Und ohne Trakehner lohnt es noch viel weniger!

Frohe Weihnachten, Eure BabyBelle

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Türchen 23 – Besondere Momente des Jahres 2015

23Es gibt schon Momente im Züchterjahr, die einen dazu animieren, ernsthaft die eigene geistige Gesundheit in Frage zustellen. Bei Regen- oder Hagelsturm beispielsweise, wenn man bei Windstärke 12 Futter über den Hof schiebt.

Oder wenn die geliebten Zossen ausgerechnet im Dauerregen beschlossen haben, dass dieser Zaunpfahl nun überflüssig ist und nach eingehendem Benagen der unteren Etage nun schlussendlich umgedrückt werden kann. Und dann steht man da, mit Wekzeug in den klammen Fingern – denn das passiert NIE, NIEMALS!! im Hochsommer –  und während einem langsam das Wasser in den Kragen läuft, träumt von der Südsee und fragt sich: „Warum um alles in der Welt tust Du dir das an??!!“

Und jedes Jahr im Frühjahr, wenn die Fohlen kommen, die Geburt gut vollzogen ist und der kleine Erdenbürger das erste Mal seiner Mami entgegenknöttert, dann ist einer dieser Momente gekommen, die alles das wett machen! Ein Moment, der uns das größte Wunder der Natur, die Geburt eines neuen Lebens, so hautnah miterleben lässt. Ein Moment tiefer Ehrfurcht!

Vergessen sind dann die durchwachten Nächte, auch die Anspannung nach Beginn der Austreibungsphase, ob das Fohlen richtig liegt, die Sorge, ob alles gut und richtig und lebensfähig ist….alles das geht unter in Glücksgefühl, wenn das Fohlen im Stroh liegt, den Kopfhebt und atmet.

Da wir die Geburten engmaschig überwachen ist es für uns eigentlich immer so – fast! Am Dienstag, den 19. Mai war alles anders. Vorweg zu nehmen ist, dass unsere Stuten ca. 3 Wochen vor dem Abfohltermin unter Videoüberwachung stehen. Unsere Boxen haben Gummimatten, aber für das Abfohlen und die Zeit danach, wird eine dicke Stroheinstreu eingebracht, die an den Seitenwänden wannenartig hochgezogen wird, damit das Neugeborene sich nirgendwo verletzen kann, etc. pp.

Aber es gibt diese Schreckmomente : Am 19. Mai – 23 Tage vor!!! dem errechneten Geburtstermin – sorgte unsere Fee für Wirbel:

Mogens füttert immer das „S“ von SF ;-). S läuft also in den Stall, wirft den gewohnten Kontrollblick die Stallgasse runter und denkt sie halluzieniert! Da waren zwei Fuchsfohlenköpfe, wo tags zuvor nur einer war. Hä??!! – Auf den zweiten Blick nur der Kopf vom König. Dritter Blick….Ach Du lieber Gott!!! Da standen zwei! – Am 312. Tag, völlig ohne Vorzeichen hat Fee gefohlt! Die Öhrchen der kleinen Maracanã waren noch nass, die Dame war auf den Beinen und wackelte durch die Box…..

Da hatte die Maidenstute das völlig alleine gemacht… S bekam noch im Nachgang einen Herzinfarkt und rief F auf der Arbeit an, dem es auch kurz die Sprache verschlug! Der Tierärztin wurde auf die Mailbox gesprochen, dass da was etwas unerwartet gelandet wäre.. es würde atmen und stehen und wäre augenscheinlich auch ganz munter, aber man könne ja bei dem Termin nie so richtig wissen…… Als die Tierärztin dann kam, lautete der Kommentar nur „Da siehstes, selbst im Schönbeckschen Hochsicherheitstrakt machen die Damen was und wann sie es wollen!“ ..

IMG_1452O.K, think positiv! Es waren in jedem Falle entspannte Nächte mit ausreichend Schlaf und auch wenn die Box nicht den SF-Geburtsreglementarien entsprach, waren Mutter und Kind wohlauf. Ganz offenbar waren die beiden Ladies der Meinung, sie “hätten fertig” und sie hatten Recht, denn an der kleinen Maracanã war alles drum und dran wie es sein sollte.

Ganz ihrem Namen nach, nämlich weltmeisterlich, entwickelt Maracanã sich und Mama Fee war von Anfang an die Super-Mami. Dennoch hatten die beiden kleine Startschwierigkeiten: Fees Euter kam erst so gegen acht Uhr in Gang, die erste „Milch“ die da raus kam, war irgendwie nicht vertrauenserweckend. War noch so wässrig / orange durchscheinend… Attacke auf das Gefrierfach, Kolostrum raus. Erstmal verabreicht. Dann hat die Kleine sich beim Euter ein bischen doof angestellt. Fee war zwar sehr geduldig, aber eben doch unerfahren und die Zitzen fürs Fohlen nicht ganz so komfortabel wie die von Belle. Aber irgendwann begriff sie es, und soff. LINKS! Und zwar nur LINKS….Das rechte Euter lief über den Vormitag voll, tat dann wohl auch irgendwann weh und Fee zuckte mit dem rechten Hinterbein, sobald das Fohlen von rechts kam. Zudem, litt sie ziemlich wohl noch unter den Nachwehen der Geburt. Wir haben dann rechts abgemolken, die TÄ kam nochmal und gab ein bisschen was zur Entspannung und gegen die Schmerzen. Irgendwann am Nachmittag ging Maracanã auch ans rechte Euter, allerdings nur von LINKS….  Aber Fee begriff das schnell und kippte dann einfach das Becken, alles klappte gut. Wir haben die ersten Tage sehr gut überwacht, vier mal täglich Temperatur und Nabeldesinfektion – das ganze Programm eben!… Maracanã entwickelte sich toll. Heute ist sie der Knaller! 75% Spezialblut und dennoch von genug Masse / Körper, ein tolles Selbstbewusstsein, super Handling, schnurgerade auf den Knochen und ganz, ganz sportlich. Echt ein tolles Fohlen und dazu noch in schokobraun! Was ein i-Tüpfelchen!September-9762

Das sind die bedeutendsten Momente im Züchterjahr, aber es gibt auch andere….. Lustige zum Beispiel, wenn sich Franzi einen abgesägten Ast schnappt, den übers Paddock zieht, sich selber davor verjagt und bockt, aber auf keinen Fall die Beute loslässt.

…. Spannende Momente zum Beispiel, wenn man das erste Mal einen Reiter auf den selbstgezogenen Nachwuchs setzt.

…. Beieindruckende Momente beispielsweise, wenn Fee unterm Reiter an der Longe anfängt zu schwingen und in völliger Ruhe und Gelassenheit zu marschieren, dass man einfach nur noch still sein möchte, um das Bild zu genießen und ein wenig vom großen Viereck zu träumen.

….Fassunglose Momente zum Beispiel, wenn man hört, dass ein Richter kommentiert „Mit deutlichem Abstand und einer Note von 8,3 heute Siegerstute SF Oka-Blümchen aus der Zucht von Simone und Frank Schöenbeck“…

….Stolze Momente beispielsweise, wenn der junge Schmali das erste Mal auf einem fremden Platz springt und zeigt wo der Frosch die Locken hat….

…. Dankbare Momente beispielsweise, weil das junge Pferd, mit dem man gerade begonnen hat zu arbeiten, bei Schreck nur einen Anker sucht und das bist Du!……

.. Und einfach viele Momente, die geprägt sind, von einer Menge Menschen, die genauso verrückt sind wie wir, die sich mit uns freuen, mit uns zittern und helfen wo auch immer sie können. Türchen 23 ist auch dafür da, Euch heute allen mal herzlich „Dankeschön!!“ zu sagen!

Türchen 22 – Von der Bestrebung es besser machen zu wollen…

22Der Adventskalender neigt sich dem Ende und es ist ja mittlerweile schon witzig, dass wir uns über regelmäßige Leser-Kritiken freuen dürfen…. Eine lautete dann „Ja, aber es ist ja nicht nur Gebäude und Abstammung, es ist ja auch der Kopf, der es ausmacht.“ – Richtig, das ist so. Gewinnen tun sie zwischen den Ohren! Der Wille zum Mitmachen, die Bereitschaft, sich anzustrengen auch wenn es unbequem wird, das Vertrauen in den Menschen, dass der schon nix unmögliches will – All das sitzt zwischen den Ohren!

Einen gewissen Rückschluss auf Leistungsbereitschaft lassen erfolgreiche Vorfahren ja schon zu und selbstverständlich haben wir ausschließlich Pferde, die im täglichen Umgang nett sind. Bei aller Liebe zum Hobby, aber auf Psychos, die eine Spezialbehandlung brauchen, hat doch keiner Lust. Es ist unsere Aufgabe als Züchter und auch als Ausbilder den guten Charakter und die gute Einstellung zu pflegen, zu erhalten und zu fördern! Hierbei ist die Stute sicher noch wichtiger als der Hengst, weil die Fohlen von ihr abgucken, aber auch der Vater muss charakterlich einwandfrei sein.

Die Ausbildung muss dann Vertrauen aufbauen, im Idealfalle gelingt es, dieses Vertrauen so zu festigen, dass das Pferd auch in Stress-Situationen kein Bedürfnis nach Flucht verspürt sondern den Menschen als seine „Sicherheitszone“ definiert.

Neben ordentlicher Arbeit und dem ganzen Drum und Dran ist die Ausrüstung auch ein Thema, wenn es um das Wohlfühlen des Pferdes geht. Und auch wenn wir Freunde des Althergebrachten sind und die Pferde-Szene im Ganzen wohl eher konservativ einzustufen ist, so sollte man doch Verbesserungen offen entgegen stehen. So kamen wir auf den neuen Micklem-Zaum von Horseware. Gesehen haben wir ihn auf den Bundeschampionaten, vornehmlich in der Vielseitigkeit, und das Prinzip war sofort erkennbar (wenn man ein bisschen was von Gesichtsnerven, Ohrspeicheldrüse etc. weiß….). Das Micklem ist so geschnitten, dass es die empfindlichen Bereiche des Pferdekopfes auslässt und es für eine optimale Druckverteilung sorgt. Gekauft, ausprobiert, überzeugt! Direkt noch zwei Stück in unterschiedlichen Größen bestellt.

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Es ist wenig Leder am Kopf, ein „Zuschnüren“ ist aufgrund der Konstruktion gar nicht möglich und das ultimativ schlagende Argument für den Jungpferdebereich sind die mitgelieferten Clips (auf Turnier nicht zulässig!), die das Gebiss ganz ruhig halten und einen Teil des Drucks auf den Nasenrücken umleiten. Beim Multi Bridle ist am Nasenriemen ist ein zusätzlicher, dauerhaft befestigter, Ring angebracht, so dass eine Nutzung als Kappzaum möglich ist – Ideal zum Ablongieren! Die Zäumung ist gemäß LPO zugelassen und kann in jeder Klasse und jeder Disziplin verwendet werden, also ab der Führzügelklasse in der Dressur, im Springen und der Vielseitigkeit. Also auch auf Zuchtschauen, denn dort ist nur eine LPO-konforme Zäumung vorgeschrieben. Auch für das Einmustern der jungen Pferde bietet sich der Zaum an, eben aufgrund der oben beschriebenen weichen Druckverteilung auf die Nase – die jungen Pferde verstehen viel leichter, ergo lernen sie auch schneller! Tolle Sache!

Denkste!! – Wat dä Boor nit kennt, dat friss hä nit!

Da werden wir doch tatsächlich angesprochen, besser `ne „normale“ Trense drauf zu tun…. Bitte?! Also jetzt mal wirklich, da werden Mäuler mit schwedischem Reithalfter zugeschnürt, damit das Maul beim Parieren durch den Vorführer nicht so weit aufgemacht werden kann, und das ist in Ordnung?! Und unsere LPO-konforme Trense mit mustergültiger Verschnallung ist a) anormal und man fühlt sich auch noch b) berufen uns das mitzuteilen?! Bilder aus den 70er Jahren zeigen immer die Hannoversche Zäumung. Ob die ersten Züchter mit englisch kombiniertem Reithalfter auch angemoppert wurden?

Uns ist es in jedem Falle egal! Unser Pferd trägt das, was erlaubt ist und womit es sich am wohlsten fühlt. Und neben der Tatsache, dass es sich damit zu Hause ein bisschen nett im Kreis reiten lässt, siegt sie ihre SLP dann nämlich auch mit 8,3!

Türchen 21 – Zuchtplanung! Wer die Wahl hat, hat die Qual oder Mission „Traum-Mann für Franzi finden“

21Drei Stuten sind im nächsten Jahr zur Belegung vorgesehen. Belle Surprise geht erneut zu Icare d’Olympe AA – Was auch sonst?! Passt einfach.

Bei Blümchen hoffen wir, dass die eigentlich schon für dieses Jahr geplante Bedeckung mit Davidas endlich fruchtet.

Bleibt unsere Miss Zauberhaft, Belle Francaise, für welche nächstes Jahr ein passender Hengst gefunden werden muss. Und das ist wirklich schwer!! Denn nein, wir wollen uns unser mühsam erhaltenes Springpedigree nicht vollkommen verseuchen! Der geneigte Leser mag sich also mitnehmen lassen auf unsere Gedanken-Reise und sei gewarnt… es wird heute was länger…

Auch wenn Franzis Vater nicht als DER Springpferdemacher gilt, so ist er doch selbst ein Spitzensportler, der in seinem Heimatland Frankreich als Dressur-, Spring- und Vielseitigkeits-Pferd mehrfach eine überdurchschnittliche Eigenleistung unter Beweis gestellt hat. Icare d’Olympe ist siegreich in der Dressur bis zur Klasse S, war erfolgreich bis *** CIC und **CCI, war fünfter bei der Weltmeisterschaft der Fünfjährigen Vielseitigkeitspferde in Le Lion d‘ Angers und in war in Springprüfungen bis zur Klasse M erfolgreich. Hohe Zuchtwerte weisen ihn als Top-Vererber für die Vielseitigkeit (ICC 155) und als überdurchschnittlich für Dressur (IDR 119) und Springen (ISO 114) aus.

Und das, was unsere zweijährige Franzi beim Freispringen zeigt, ist wirklich sehr vielversprechend.

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Wir könnten hier nochmal Blut-zu-Blut praktizieren, und eine umgekehrte Anpaarung wie die vornehmen, die in diesem Jahr zu Maracana geführt hat. Statt Icare x Bonaparte N AA hätten wir dann Bonaparte N AA x Icare. Auch wenn Maracana wirklich alle Erwartungen weit übertroffen hat, so ist das aber doch nicht unser primärer Gedanke.

Einer der Kandidaten ist El Greco TSF, Vater des Griechen, einmalig in seiner Eigenleistung mit Erfolgen in Vielseitigkeit und Springen bis Klasse S sowie Dressur der Klasse M, überragend im Interieur und ohne Makel in der Gesundheit. Ein bewährter Vererber von allerbester Qualität mit hoch intressantem Pedigree, denn auch er ist frei von den „modernen“ Blutströmen, lediglich den jahrundertvererber Consul führt er in vierter Generation. El Greco besitzt auf dieser Seite schon eine ausführliche Beschreibung unter den Gewählten Vätern.

Greco im Dienst

Zwei mehr oder minder unbeschriebene Blätter geistern auch durch unsere Gedanken: Titulus und Räuberfürst.

Titulus war  in 2003 der erste gekörte Sohn seines so vielseitigen Vaters Kasparow und verhalf einer lange im Schatten gestanden Stutenfamilie wieder zur Blüte. Die Familie der Trude (O156A Maurischkat Argenquell) ist heute mit den beiden Springspitzen Titulus und Tarison (v. Hirtentanz), dem in Österreich gekörten Trakehner Tassilo W (v. Münchhausen) und dem bei der Canadian Trakehner Horse Society gekörten Tiernan (v. Manrico) immer
noch recht schmal, aber erfolgreich in der Zucht verankert.

Titulus ist im Mutterstamm sehr konsequent auf Springeignung gezogen. Die drei „mütterlichen“ Väter Timber, Caanitz, und Kopernikus haben vor allem selber bzw. mit Nachzucht im Parcours bis Kl. M/S überzeugt.

Titulus war bester Springhengst seiner Körung und wurde in Neumünster an die kanadischer Bieterin Patricia Mallet zugeschlagen, die den Hengst zunächst für die HLP in Deutschland ließ. So kamen immerhin einige Fohlenjahrgänge für den gleichermaßen spring- wie bewegungsstarken Rappen zusammen. Seinen 30 Tage Test absolvierte Titulus dreijährig in Radegast mit einer Dressurnote von 7,63 und einer Springnote von 8,52, was ihm ein Endergebnis von 8,03 einbrachte. Ein Jahr später, als vierjähriger, legte er dann seinen 70 Tage Test in Redefin ab, mit einem Dressurindex von 101,02 (8. Platz), einem Springindex von 111,17 (6. Platz) und einem Gesamtindex von 108,55 Punkten als 6. von 16 Teilnehmern ab. Die FN weist aktuell Zuchtwerte von 100 (Dressur, 81%) und 115 (Springen, 70%) aus, was gemessen an der sehr geringen Nachkommenzahl sicherlich schon bemerkenswert ist. Ähnlich wie schon sein Vater bzw. treu seiner väterlichen Abstammung ist der Hengst als Doppelvererber einzuschätzen. Titulus selber machte schon bei seiner Körung eben nicht nur das phänomenale Springen aus, sondern auch seine sehr dynamischen, von gutem Antritt und Knieaktion gezeichneten Grundgangarten.

Horse_Titulus-_3bigTitulus verließ nach der HLP Deutschland, um zunächst in seiner kanadischen Heimat zu wirken. Hier wurde er auch langsam in den Sport geführt. Einen mehrjährigen Aufenthalt in den USA nutzte die Besitzerin, um den Hengst – immer noch dosiert eingesetzt – bis Kl. S erfolgreich im Springsport herauszubringen.

Derweil sammelten seine Nachkommen in Europa erste Erfolge im Sport. Bis heute sind gerade einmal 8 Nachkommen bei der FN als Sportpferde eingetragen. Darunter befinden sich allerdings echte Hingucker: First Flight Alliance (MV Almox Prints J) arbeitete sich unter Elmar Lesch bis zu einer Finalplatzierung beim Bundeschampionat des Geländepferdes der 5jährigen hoch, ging dann über die Top Eventers Auktion nach Frankreich, und ist aktuell CIC2* erfolgreich. Tiberius (MV Heling) ist sogar CCI3* erfolgreich in der Vielseitigkeit und kann zudem auch Erfolge in Dressur Kl. L und Springen bis Kl. M aufweisen. In den USA gilt der aus einer Vollblutmutter gezogene Sunsprite Syrius als eins der größten Talente im Busch, mit mehrfachen 2* Erfolgen als sechs- und siebenjähriger. Und auch im Springen fallen die wenigen Titulus Nachkommen in Übersee auf. Eins der erfolgreichsten Trakehner Springpferde der letzten Saison ist die Stute Hypnotic (MV Advocate), die unter der Juniorin Tara Suhs als 6jährige mehrfach siegreich in Kl. M war und für den großen Sport aufgebaut wird.

Seit 2015 ist Titulus zurück in Deutschland und zur Saison 2016 in neuem Management  – Seine Station wird in Kürze bekannt gegeben. Mit einem Rutsch hätten wir allerdings bei dieser Anpaarung Kostolany und Sixtus im Pedigree. Dies aber erst in Generationen vier und fünf, weit genug hinten, um das Produkt der Anpaarung auch für die weitere Zucht interessant zu machen, ohne direkt in das Inzuchtproblem zu steuern.

Last but not least: Räuberfürst von Lossow aus der Räuberliebe von Finley M – Stradivari… Gekört in diesem Jahr, vom Zuchtleiter kommentiert mit

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„Ein ganz interessanter spätreifer, noch sehr jugendlich wirkender Hengst mit vornehmer Sympathieaustrahlung, ganz hohem Adel, einer sehr guten Oberlinie und einem herrlich hamonischen Seitenbild. Ein ungemein sympathisches Pferd, er ist immer bei der Sache.

Zudem eine sehr interessante Pedigree-Alternative mit Lossow – Suchard im steigenden Mannesstamm über Kassius und Symbol, was wirklich selten geworden ist in der Trakehnerzucht und mütterlicherseits interessant kombiniert mit Finley M und Stradivari, den beiden Halbblutspezialisten und dann nochmal Habicht.

Das ist mal ein Pedigree was nicht standardmäßig von der Stange ist, sondern was es verdient hat, auch züchterisch zu einer stärkeren Verbreitung zu kommen. Dieser Hengst begeistert einen sofort wenn man ihn sieht – durch seine Erhabenheit und durch sein Auftreten und ist dabei noch längst nicht fertig in der Entwicklung. Dem sollte, das wünschen wir ihm, eine große Zukunft bevorstehen.“

Wir gestehen an dieser Stelle ehrlich, dass wir diesem Kerl schon vor dem Hengstmarkt mit Blick auf einen möglichen Franzi-Partner schon ein dickes Kreuz im Katalog verpasst hatten. Nicht zuletzt auch aufgrund des angloarabischen Blutanschlusses im fallenden Mutterstamm und der Erinnerung an Beau Cadeau, der ausgesprochen gelungene Finley-M-Sohn von Belle aus dem Jahr 2009.

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Dann kam Neumünster und wir sahen einen Youngster mit ausgesprochen sportlichem Exterieur, korrekt und als wirkliches Edelpferd erkennbar. Auf dem Pflaster ging er ab wie die Feuerwehr, mit Abdruck und tollem Motor. Dann baute er von Tag zu Tag mehr ab, blieb im Springen hinter unseren Erwartungen zurück und beim Freilaufen wirkte er einfach nur noch müde. Es war enttäuschend…..Trotzdem haben wir uns noch nicht ganz von ihm verabschiedet, denn zum einen ist seine Abstammung ist schon wirklich vielversprechend und zum Anderen war sein Interieur auch was, was uns wirklich gut in den Kram passt. Das war nämlich einfach toll!!  Und wenn man mal ehrlich ist, dann muss man einem so jungen Hengst eben auch zugestehen, dass es Formtiefs geben kann, dass vielleicht die letzte Kondition in der kurzen Vorbereitungszeit von Ende August bis Oktober doch nicht gereicht hat und dass es sich bei allem Anspruch an das Vatertier einfach noch um Babies handelt!

Mit seiner Station, dem Söderhof, hat es der Fürst aber sicher gut getroffen und dem Vernehmen nach erholt er sich aktuell von den Strapazen des Hengstmarktes mit viel Schlafen und Relaxen. Die Arbeit beginnt wohl erst im neuen Jahr und dann werden wir ihn im Frühjahr nocheinmal gesondert angucken fahren, um die weiter Entwicklung zu begutachten.

Zur Abstammung: Der Vater des Räuberfürst, Lossow, wird im Trakehner-Hengstbuch wie folgt beschrieben:

„Dieser vielleicht letzte Suchard-Sohn besticht durch sein sportliches Auftreten, bei dem vom Fleck weg Ehrgeiz und Antrittstärke erkennbar werden. Bei guter Dreiteilung und imponierender Kruppenformation könnte er in der Hals-Schulter-Partie noch etwas an Großzügigkeit gewinnen. Im Trab und im Galopp verfügt er über eine klare Bergauftendenz mit gewünschter Knieaktion.“

Der in 2001 geborene Lossow wurde im April 2004 in Kerpen durch den Trakehnerverband gekört. Im Rahmen seines Veranlagungstests in 2005 erhielt er Höchstnoten für Interieur und Rittigkeit: Charakter: 10, Temperament: 9, Leistungsbereitschaft: 9, Trab: 8,25, Galopp: 7,38, Schritt: 8,25, Rittigkeit: 8,88, Springanlage: 7,44, Rittigkeit Fremdreiter: 9,25. Noch im selben Jahr qualifizierte er sich unter Jana Freud für das Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes. 2006 platzierte er sich beim 70-Tage-Test in Schlieckau bei 33 Teilnehmern im mittleren Drittel. Er erhielt weitere sportliche Förderung, war siegreich bis zur klasse L, bis eine Verletzung seine Karriere beendete.

Ende 2010 wechselte er nach Bayern, ins Gestüt Sankt Vitus, wo in 2012 seine ersten Nachkommen geboren wurden. Diese konnten seitdem durch die Bank weg überzeugen: Mehr als zwei Drittel seinen Kindern wurde Championatsqualität bezeugt, Oktave aus der Ophira von Titelheld wurde im Rahmen des bayrischen Championats 2013 zum Sieger-Stutfohlen gekürt. Räuberfürsts Vollschweser Räubernacht, die bayrische Stutfohlen-Championesse in 2012, wurde diesjährig bei der ZSTE in Bayern mit 1,72/21,0 und 55 Punkten ( 8,5 – 8,0 – 7,5 / 7,5 – 8,0 – 7,5 / 8,0) eingetragen. Im Springen erhielt sie jeweils eine 8 für Vermögen und Manier.

Räuberfürsts Mutter Räuberliebe brachte zudem den Körkandidaten Räuberschatz v. Laurel (NMS 2009) und das Nachwuchs-Geländepferd Pirate Stan Finley v. Laurel, der beim Bundeschampionat 2013 startete. Großmutter Räuberbraut II lieferte die Prämienstute Räuberburg v. Patmos, den zweimaligen Bayerischen Trakehner Geländepferdechampion, Räubercharme v. Heldenberg, und die Stutfohlen-Championesse von Bayern 2011, Räuberglück v. Legretto. Zu dieser schmalen Familie zählen auch das Nachwuchs-Dressurpferd Rebana und der trakehnisch gezogene, aber bayerisch gebrannte CIC**-Buschcrack Twister.

Lossows Vater Suchard trat leider viel zu früh von der züchterischen Bühne ab. Selbst erfolgreich im Springen bis zur schweren Klasse, war er der erste Trakehner, der im rein springorientierten Stutbuch von Zangersheide aufgenommen wurde. Gleiche Ehre wurde seinem Sohn Balisto a.d. Bernina von Anduc zuteil. Balisto war Prämienhengst seiner Körung, bester Springhengst des Jahrganges und verbuchte im Laufe seiner Karriere Erfolge bis zu schweren internationalen Springprüfungen. Sein Vollbruder Budweiser Classic wurde ebenfalls gekört und kann Erfolge im Springsport bis zur Klasse M aufweisen. Finch Hatton TSF, erfolgreich in internationalen Vielseitigkeitsprüfungen, ist ebenfalls ein Sohn des Suchard.

Lossows Mutter, die 1989 geborene Staatsprämien- und Prämienstute Lossainen von Louidor, gilt als eine der bedeutendsten Stuten der Nachkriegszeit. Sie wurde mit den Noten 9, 8, 8 / 9, 9 ins  Hauptstutbuch eingetragen, legte ihre Stutleistungsprüfung mit der Gesamtnote 7,89 ab und krönte ihre Laufbahn mit dem Sieg der Bundesstutenschau in Neustadt-Dosse 1997. Bereits vor Lossow konnte sie aus der Anpaarung an Suchard einen gekörten Sohn stellen. 2002 in Neumünster erhielt Lessen das positive Prädikat, wurde aber von dort direkt nach Großbrittanien verkauft, wo er in schweren Springprüfungen erfolgreich war.

Mit Räuberfürst käme auch einmal Arogno ins Pedigree, ebenso wie auch Habicht, aber beide eben erst in Generation sechs, so dass auch das im Hinblick auf einen züchterischen Einsatz kein Problem darstellen würde.

Ein herzlicher Dank geht bei diesem Türchen einmal an Maren Engelhardt, die mit Infos / Text und Bild bei Titulus unterstützt hat sowie an Stephan Bischoff, der seine Fotos von Räuberfürst zur Verfügung gestellt hat. Danke Euch beiden!!

Türchen 20 – Frohe Erwartungen Teil II: Belle Pèlerine x Davidas

20Ein paar Türchen zuvor haben wir schon erzählt, wie es zur Holter-die-Polter-Besamung von BabyBelle kam. Auch wenn es so gar nicht unserer Art entspricht im Vorfeld das Pedigree komplett außer Acht zu lassen, so gibt es ja keinen Grund, dies jetzt nicht im Nachgang zu betrachten.

O.k….Schieben wir es gleich vorweg: Es wird das „blutloseste“ Fohlen der letzten Jahre hier auf unserem Hof 🙂 ….

Das Pedigree ist gezeichnet von schwerem, alten Blut, das seinen Ursprung in der Gurdzene Rappherde hat. BabyBelle selbst ist schon das Ergebnis einer gezielten Linienzucht auf den ehemaligen Hauptvererber und Leistungspferdegarant Pilger und auf zwei der bedeutendsten und besten Rappstuten der Gurdzener Herde: Goldelse und Herbstzeit.

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Im Geburtsjahr von BabyBelle wurde ihr Vater Sarafan 32 Jahre alt. Gesund und fruchtbar war der Grand Seigneur bis in hohe Alter, sportlich sind seine Nachkommen. 14 % seiner im Sport eingetragenen Nachkommen war in Klasse S erfolgreich, über 50% bis zur Klasse M. Tiara III TSF erzielte internationale Erfolge im Juniorenspringsport bis Kl. S, gehörte unter Simon Scherrer dem Schweizer Juniorenkader an. Der größte Erfolg des Paares ist wohl der Sieg im Großen Preis von Müntschemier 2011.

Der Sarafan-Sohn Enjoy Ebony gehörte mit unzähligen Erfolgen in Dressuren der Klassen M und S in den letzten Jahren regelmäßig zu den erfolgreichsten Trakehner Dressurpferden Deutschlands. Der 1998 geborene Sohn der Extra von Fabian läuft auch aktuell im doch fortgeschrittenen Alter von fast 18 Jahren konstant und unermüdlich in die Schleifenränge. Ihn wollten wir hier kurz herausstellen, da Davidas nach einem ähnlichem Muster gezogen ist: Horalas als Vertreter der Pilgerlinie an eine Abdullah-Stute. Abdullah, der Donauwindnachkomme aus der Abiza von Maharadscha. Fabian,stammt ebenfalls von Donauwind jedoch aus der Fawiza von Maharadscha.

Zurück zu BabyBelle: Bereits beim Phänotyp des Griechen ist einer der älteren Semester aus dem illustren Kreis der Verwandten ausgestiegen. Der Grieche ist ein Superathlet, richtig Dampf auf dem Kessel, nur den modernen Trakehner Typ, tja… der ist jetzt nicht ganz so in Vollendung dargestellt 😉

Das Pedigree unseres zukünftigen Fliegers liest sich wie das who-is-who der Trakehner Springpferde: Horalas – Abdullah – Verdenas – Carajan – Etjud – Zauberklang – Topki – Ostrjak….. alles drin!

Rechnerisch stärkstes Element, wenn man es so nennen mag, ist im Pedigree die Elitestute Volga. Sie tritt mit ihren beiden Söhnen Veimaras und Verdenas in Erscheinung. Volga vertritt die mit vielen Sportpferden sehr positiv aufgefallene, allerdings nicht mehr aktive Trakehner Hauptgestütsfamilie der Ann T9 C.

Horse_Etjud-_3bigNächstes starkes Element ist Etjud, zum Einen  als Volgas Vater, aber auch als Vater von Gret. Der Leistungshengst Etjud, der rechnerisch selbst zu 31% aus Pilger „besteht“, der im Habitus stark an seine Hauptgestütsahnen erinnerte und sich international als Springpferd bewiesen hat.

Das Fliegerkind wird megaspannend!!

Wir geben mal nen Tip ab: Groß, schwarz, Mordshals und vermutlich die ultimative Langbeinigkeit vermissen lassend – durchaus begrüßenswert im Sinne von Stabilität und Haltbarkeit. In gut einem halben Jahr sind wir schlauer! Zum Ende heute noch eine kleine Bilderstudie:

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Etjud von Eingard

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Pilger von Luftgott

 

Türchen 19 – Frohe Erwartungen Teil I: Masurenfee x Davidas

19Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Eigentlich hatten wir ja für Fee nur das Erstlinsfohlen geplant und dann sollte sie in den Sport. Davidas der Springsieger seiner Körung in 2014 kreuzte unsere Pläne.

Üver Davidas hatten wir letztes Jahr in Türchen 11 und  Türchen 10 berichtet. Fees Familie, die Familie der Maricka, hatte vor einigen Tagen Betrachtung gefunden.Die Frage ist also „Was erwarten wir uns von einer Anpaarung an Davidas“?

Zunächst ist es so, dass man bei einem Junghengst ja nun auf keinerlei Erfahrungswerte zur Vererbung blicken kann. Vor allem im Bezug auf die spätere Nutzung als Reitpferd. Aber ganz ehrlich? – Das war uns hier egal. Der einzige Augenmerk galt dem Vermögen am Sprung. Dem „Bums“ nach oben und der Art wie er in der Sprungreihe agierte.

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Für den kompletten Rest vertrauen wir in unsere Stute. Wir kennen diese Familie seit fas drei Jahrzehnten. Wir kennen ihre Art, wir können sie „bedienen“ und wir wissen, dass sich alle bislang haben reiten lassen.

Ebenso fest verankert in der Familie ist das Springvermögen. Alle Springen mit Übersicht, mit Mut und mit Vermögen.

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Den ersten gemeinsamen Ahnen finden wir bei Verpaarung von Fee und Davidas erst in den Generationen sechs und sieben. Boris, der stämmige, langlebige Rappe war selbst nicht der Typvollste, aber ungemein sicher in der Weitergabe eines korrekten, starken Fundaments. Selbst väterlicher Halbbruder des Spitzen-Dressurpferdemachers Halali, machte er sich vor allem einen Namen als Lieferant erstklassiger Stuten. Die wohl beste, Donaulied steht hier als Mutter von Donauwind in Generation sechs, Sandra als Mutter von Sarafan in Generation fünf.

Weitern hinten „treffen“ sich dan erst wieder die Originaltrakehner Pilger und Pythagoras. Und das ist wichtig für unseren Plan vom springenden Traki! Schaut man nämlich auf Trakehner im Springsport, ob heute oder gestern, so wird man bei Studium des Pedigrees immer wieder auf einen Namen treffen: Pilger .

Er gilt als DER Springpferdevererber, seine Nachfahren sind bzw. waren vornehmlich in Russland aktiv, Topki und Horalas beispielsweise, um hier nur mal zwei zu nennen, die internationalte Meriten einfuhren. Biotop – jedem unter Dr. Rainer Klimke in Erinnerung – ebenfalls ein Nachfahre des Pilgers.

Hinzu kommt, dass das Pedigree dieses Fohlen auch bei Beleuchtung anderer Aspekte höchst interessant ist! Es ist frei von Sixtus, frei von Kostolany und gar gänzlich frei von Arogno! Eine Rarität also, mit großen sportlichen Perspektiven. Hoffen wir auf eine weiterhin gute Trächtigkeit und eine komplikationslose Geburt unseres / unserer Masurengück.

Türchen 18 – Gemischte Herde = Schlaue Pferde

18Die neue Reiter Revue flatterte in den Briefkasten. Ein Titelthema: „Geschmischte Herde – schlaue Pferde“. Och? Das ist ja interessant! Wir berichteten in 2012 bereits mal darüber, dass wir unsere Pferde in gemischten Gruppen halten und da recyclen ja bekanntlich vom Mitmachen lebt, wärmen wir das Thema heute nochmal auf. 😉

Bei uns werden die Pferde gemischtaltrig zusammen gehalten. Von 0 bis 23 alles geht zusammen raus. Wir machen das, weil wir schon immer der Meinung waren, dass die Vorteile dieser Aufzucht überwiegen. Natürlich ist keines der Pferde hinten beschlagen und ein unsoziales Pferd wird niemals Platz in unserer Herde finden. Die Fohlen kommen erst nach ca. 3 Wochen gemeinsam mit der Mutte wieder dazu und standen vorher zur Betrachtung über den Zaun auf der Nachbarweide. Wenn dann die Zusammenführung vollzogen wurde, tritt KEIN Herdenmitglied einfach ohne Erlaubnis an die neuen Fohlen heran, die Vorstellung ist etwas, was aktiv von der Stute ausgeht. Sie ist es, die ihr Fohlen zum Rest führt und meist ist es Mattes, dem als erstes die Ehre zu Teil wird, den neuen Erdenbürger begrüßen zu dürfen. Und es ist auch Mattes, der darauf achtet, dass sich der Rest der Truppe ordentlich benimmt und achtsam und höflich bleibt.

All das geschieht ohne Streit und Zank – eine souveräne Hierarchie sorgt für friedliches Miteinander. Und in diesem Frieden wachsen junge Pferde heran, die nicht nur ihre geduldigen Mütter kennenlernen, sondern auch erwachsene Pferde, die ihnen freundlich aber bestimmt ihre Grenzen aufzeigen. Die Stuten sind entspannt ob der Tatsache, dass sie wissen, dass da auch noch andere sind, die sich um das Wohl und Wehe der kleinen Herde kümmern. Wann immer eine „gefährliche“ Situation auftritt, so kann man beobachten, wie alle erwachsenen Pferde einen schützenden Kreis um den Kindergarten bilden. Sozial verträgliche Pferde, die bereits Maßhalten und Respekt im Umgang mit ihren Artgenossen erlernt haben sind das Ergebnis dieser Haltungsform – eine nicht zu unterschätzende Tatsache, wenn diese Pferde irgendwann einmal in die Arbeit einsteigen müssen.

Streicheleinheiten für jung und alt 🙂 / BabyBelle und Morgenstern lassen sich von Frank verwöhnen

Über genau diesen Effekt berichtet Reiter Revue in ihrem Artikel „Das Mehr-Generationen-Haus“ aus dem wir hier ein paar Passagen zitieren wollen.

„Gemeinhin werden Fohlen im alter von sechs Monatne abgesetzt. Dann kommen die Fohlen meistens in Fohlenherden, wo sie sich bis zum dritten Lebensjahr im Sozialverband entwickeln, bevor der Enst des Lebens als Reitpferd beginnt. Diese Sozialverbande sind allerdings keine natürlichen. Es würden quasi Waisenhäuser gebildet, sagt Züchter Kurt Fuchs der im französischen Les Dannes Sportpferde auf rund 400 Hektar in Freiheit hält. „Es bilden sich Hierarchien heraus, die ungesund sind. Der Anführer ist nicht zu bändigen, der Rangniedrigere wird verhungern, wenn die Nahrung knapp wird. Mit Kompetenz hat diese Führung nichts zu tun, denn keiner von denen ist kompetent.“

Der Artikel berichtet weiterhin über die positiven Auswirkungen der gemischen Herden. Die Pferde seinen neugieriger und das dem Menschen zugetane Wesen würde immer wieder positiv von Besuchern / Käufern hervorgehoben. Alte Stuten als Gouvernanten in Stutenherden oder alte Onkel bei den Hengsten bringen Ruhe und Souveränität. Es herrsche mehr Ruhe in der Herde, denn ein Aufteilen der Aufgaben ermöglicht dem einzelnen Pferd, seinen eigenen Bedürfnissen nachgehen zu können, ohne rund um die Uhr auf der Hut zu sein. Weiter, dass die Pferde sich sicher fühlen, wenn sie Kontakt mit ihren Artgenossen haben und dass dieses Bedürfnis nach Sozialkontakt und ein Leben in Gemeinsamkeit angeboren ist.

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Morgenstern mit Kindergarten

„90 % aller Kompetenzen erwerben Pferde in den ersten vier Jahren in der Herde, die 10% die der Mensch zum Reiten zusätzlich benötigt, sind umso leichter anzutrainieren, je sozialkompetenter ein Pferd ist.“

Das zugewandte und freundliche Wesen können wir bei all unseren Pferden beobachten. Unlängst hatten wir Besuch auf unserem Hof. Nach der Stalltour wurden wir dann gefragt „Ja sagt mal! Sind die hier denn alle so?! Das gibt es ja gar nicht, die wollen ja am liebsten auf den Arm!“- „Ja, ist doch normal?!“ – “ Ne, also so ausgeprägt wäre das schon außergewöhnlich.“ – „Ach?“ …..

Junge Pferde Pferde lernen das Meiste durch Abgucken und Kopieren. Haben die Mütter und andere Herdenmitglieder eine positive Einstellung gegenüber dem Menschen, so adaptieren sie diese ebenso wie den vorgebrachten Respekt und die Aufmerksamkeit. Ebenso wie sie auch andere Verhaltenweisen ihrer Mütter, Tanten und Onkel kopieren.

Da Franzi seit frühester Jugend immer beim Reiten zuguckt, sollte wohl auch das dann innerhalb von wenigen Tagen im nächsten Frühjahr gegessen sein, denn wie wir jetzt gelernt haben, übt das Streberlein ja schon heimlich auswendig. 😉