Türchen 11 – Ein Blick auf NEGR – zweifacher Vater für 2020

Nachdem aus Blümchens Berlusconi-Fohlen ja leider nichts wurde, da sie resorbiert hat, standen wir schneller als erwartet vor der Entscheidung der Hengstwahl. Berlusconi wollten wir nicht nochmal versuchen – da sind wir abergläubisch. Weil uns Obi immer noch so gut gefiel, schielten wir Richtung Adorator – aber ihn gab es nur noch per TG. Aktuell noch Ausschlusskriterium.

NEGR, der „neue Pole“ in Zweibrücken fiel uns wieder ein, da er eine ähnliche Blutführung wie Adorator hat. Nur seitenverkehrt: Mangan xx, der sich ebenso wie sein Vater Dakota durch besonders sportliche Vererbung – vor allem für die VS – auszeichnete, kommt hier über die Vaterseite, sein Enkel Ajbek ist Vater des 168 cm großen NEGR.

Ajbek zählt zu dokumentierten Leistungsvererbern der polnischen Sportpferdezucht, hat einige bereits in internationalen VS-Prüfungen startenden Nachkommen und auch in Deutschland konnten bereits zwei seiner Söhne sportlich besonders auf sich aufmerksam machen:

Zunächst der mütterliche Halbbruder zum oben genannten Adorator, Avatar. . Avatar war  bester Springhengst seiner Körung in 2012 und konnte unter Ben Leuwer in diesem Jahr die ersten Erfolge in internationalen 3* CCI Vielseitigkeitsprüfungen (Arville, Luhmühlen und Kreuth) verbuchen.

Es folgt Kros, der 2016 in Münster Handorf gekört wurde. Im selben Jahr absolvierte er erfolgreich seinen 100-Tage- Test in Polen mit einer Gesamtnote von 8,29 und wurde Gesamtsieger dieser Hengstleistungsprüfung. 2017 bis 2019 startete er hocherfolgreich unter Jens Hoffrogge in Geländepferde- und Springpferdeprüfungen Mit der Höchstnote 10,0 in der anspruchsvollen Geländepferdeprüfung Klasse L wurde er in Hannover Trakehner Geländepferdechampion 2019.

Ajbek selbst war im Jahre 1997 mit hervorragenden Noten Champion des 100 Tage Tests in Polen und wurden dann vom Gestüt Gniezno erworben, wo er Hauptbeschälerstatus einnahm. Eine frühe Verletzung beendete seine Karriere als Springpferd. 2003 wechselte er in den Besitz von Familie Przeczewski in Roznowo, aus deren Zucht auch NEGR stammt.

Negr‘s mütterlicher Stamm wurzelt im polnischen Hauptgestüt Rzeczna und weist eine Linienzucht auf den Olympioniken Poprad aus. Zur Familie zählen

  • die Vielseitigkeitschampionesse von Zoppot 2014 und in CCI**- erfolgreiche Niagara
  • die Finalisten der polnischen Meisterschaften der jungen Springpferde Nikozja und Nomad ( Nomad startete später aucherfolgreich in internationalen Springchampionaten)
  • die Vererber Nektar und Niagara
  • die SLP-Siegerin Nomad
  • und der HLP-Sieger Nefryt.

Wir besuchten NEGR dieses Jahr dann noch persönlich in seinem Zuhause in der Eifel bei Jort Kooijmann NEGR, ein Hengst, dessen Interieur, Lebensfreude und Bewegungen fröhlich machen. Aber so richtig geht das Herz auf, wenn man ihn auf der großen Fläche galoppieren sieht!! Was ein toller Kerl! Ein Gerät!

Unser Eindruck: Typvoll, linienbetont, im Rechteckformat, gutes Fundament, aktiv fußend und locker durch den Körper schwingend. In sich ruhend, gelassener Ausdruck, souveräner Auftritt. Ein Hengst, der Lust auf Reiten macht, wenn man ihn ansieht

Die Homepage des Landgestüts titelt: Negr begeistert durch seine unbestechliche Leistungstreue, durch seinen lupenreinen Charakter, überzeugt durch eine Galoppade mit großer Übersetzung sowie großer Kraft und Erhabenheit im Trab und schließlich durch überlegene Talente am Sprung – aufgrund der ihm eigenen Sportlichkeit, aber auch hinsichtlich seiner sportlich hochklassigen Blutführung eine echte Alternative für den leistungsorientierten Sportpferdezüchter.

Negr absolvierte im Jahre 2012 seine 100-tägige Hengstleistungsprüfung im polnischen Starograd Gdanski mit einem Gesamtindex von 121 als 4. von 18 Teilnehmern. Mit einem Dressurindex von 133 und einem Springindex, als Bester der Prüfungsgruppe demonstrierte er deutliche Doppelveranlagung. Im Oktober 2014 wurde er Reservechampion der jungen Dressurpferde in Polen.

Wie so häufig bei den sportlichen Vererbern aus dem Osten dominiert Pilger auch dieses Pedigree, hier durch die dreifache Linienzucht auf den Olympioniken Propad und dessen Sohn Aspirant sowie dessen väterlichen Bruder Haakon.

Über die Linie des Pilgers haben wir auf dieser HP bereits umfassend an anderer Stelle geschriebenund deshalb soll hier nur noch erwähnt werden, dass NEGRs Pedigree 46,88% Speziealblut ausweist, auch wenn der erste reine Vollblüter erst in der vierten Generation auftaucht. Darüber hinaus kommt es gänzlich ohne Habicht, Kostolany und Arogno aus. Mal wieder Outcross! Wir freuen uns auf seine Fohlen!

Türchen 10 – Noch einmal Nathan

Recyclen lebt ja bekanntlich vom Mitmachen und so mag man es uns verzeihen, dass wir Nathan de la Tour AA an dieser Stelle noch einmal Platz geben möchten. Er zeichnet als Vater von Belle Aimée in diesem Jahr und ebenfallls für das im April 2020 erwartete Geschwister.

Die französische Seite Genetique Anglo schreibt, dass eine Nachkommen besonders harmonisch und vor allem sehr im Gleichgewicht sind. Zwei Dinge, die wir ja auch an der Prinzessin in diesem Jahr sehr schnell feststellen konnten. Darüber hinaus der sehr gute Charakter. Auch das stimmt – meistens 😉

Sein Vater Fusain du Defey wurde dieses Jahr mit über 200 Siegen und Platzierungen in der schweren Klasse und 20 fruchtbaren Jahren in der Zucht im Alter von 26 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Und so sollte es nicht wundern, dass die Franzosen seinen Sohn wieder zurück haben wollten. – So hieß es zumindest, aber die Marbacher Chefin konnte ein weiteres Jahr auf der schwäbischen Alb heraus handeln – auch 2020 steht Nathan in Marbach.

Der imposante Schimmelhengst war Körungssieger, vierjährig Finalist in Fontainebleau, fünf und sechsjährig mehrfach siegreich in Springen bis 1,30 Meter und qualifiziert für das Championat in Fontainebleau. Siebenjährig war er siegreich und platziert in Springprüfungen bis 1,40 Meter auf internationalen Turnieren. Dort schlug er Pferde, die später in Großen Preisen erfolgreich waren und mit denen er sich hätte messen können und sollen aber leider beendete 2008 ein Unfall seine Sportkarriere.

Nachdem die französoschen Staatsgestüte aufgelöst wurden erwarb ihn ein Syndikat engagierter Züchter “ Génétiqu‘ Anglo und er war für drei Jahre der meistgenutze AA Vererber in Frankreich. 2017 konnte Landstallmeisterin Astrid von Velsen-Zerweck ihn für Marbach sichern.

NATHAN DE LA TOUR / Bild mit Genehmigung des HuLG Marbach

Sein Vater ist zu Lebzeiten bereits eine Vererberlegende: Fusain du Defey. Der 1993 geborene, 165 cm große Schimmel war zu seiner Zeit Finalist der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde und später in schwersten, internationalen Springen erfolgreich.

Dessen Vater Phosphor´d`or war ebenfalls in schweren Springen erfolgreich , bevor er Frankreich verließ und in Italien als Deckhengst wirkte.Großvater Unicol ‚Or AA ist im Übrigen über Feticheur ebenfalls väterlicher Großvater bei Icare ‚ d Olympe.

Die Mutterlinie von Fusain du Defey zeichnet sich durch viele höchstsportliche Nachkommen aus, einige Töchter wurde Hengstmütter, wie beispielsweise Ladybird de Buissy die Mutter des Rock’n Roll Animal, der vier-, fünf- und sechsjährig Finalist in Fontainbleau, dem Nachwuchs-Championat für französisch gezogene Springpferde, war.

Auch die Mutterlinie von Nathan de la Tour geben die französischen Quellen mit besonderer Qualität an:

Die ersten Nachfahren von Nathan wurden in 2007 geboren und schon 2009 sicherten sich zwei zweijährige Nachfahren Höchstnoten In Pompadour: Sein Sohn TORRENT BIBOULET  erzielte die beste Punktzahl im Freispringwettbeweb und  seine Tochter THEMIS DES MARTRETTES gewann ihre Abteilung bein den zweijährigen Stuten.

Seither haben sich die Nachkommen des  sportlich profilieren können und errangen beachtliche Erfolge in Spring- und Vielseitigkeitsprüfungen bis zur schweren Klasse. (https://de.calameo.com/read/005464629fbfa97435342)

2018..

.. gewann sein Sohn, der sechsjährige NINJA DE SAGAZAN Z, das französische Junioren Championat  in Tartas mit seiner jungen Reiterin.

..wurde Nathans Tochter FOLLOW ME PALIJA dritte bei der französischen Meisterschaft der 3-jährigen Pferde mit CCE-Ausrichtung anlässlich des Mondial du Lion d’Angers.

… sah Bayern aus dem ersten Jahrgang des Nathans in Marbach 2018 sein Hengstfohlen-Champion. KASHMIR, ein Sohn der ehemaligen Eintragungssiegerin Kassaya von Imperio überzeugte das Richtergremium mit guter Linienführung, Typstärke, toller Galoppade und Leichtfüßigkeit – „Ein Modellathlet, wie man ihn sich wünscht!“ titelt die bayrische Zuchtbezirks-Homepage.

Auch 2019 überzeugten die Sportler in Nathans Heimatland im Busch und im Parcours.

Türchen 9 – Maracanã – Auch 2019 blieb es engelsgleich!

Ende Juni war Trakehner Bundesturnier in Hannover und wir diesmal als Züchter von Engel dabei, denn Maracanã aka Engel hatte ihre ersten Turnierstarts.

Und wie sich das für den ordentlichen Fanblock gehört, gab es natürlich auch Fan-Cluft. Team Engel – Barbara und Christine als Besitzer, Simone und Frank als Züchter und Katha als Reiterin – trat also auch im Outfit deutlich in Erscheinung.

Donnerstag Morgen ging es los, Engel hatte ihre erste Eignung mit Gelände und zeigte sich von der Umgebung schwerstens beeindruckt!! Kannten wir sie von Videos immer mutig und selbstbewusst, so lief sie in Hannover schwer schüchtern los. Dabei aber zu 100% artig, null glotzig, immer bemüht und auf ihre Reiterin vertrauend. Dressur also was „geduckt“, Springen was flach (aber ohne Fehler!) und unauffällig, im Gelände mangels Kraft noch was ruhig im Tempo und so blieb ihre erste Bewertung unter ferner liefen – dennoch, ein Debüt was aufgrund ihrer Kooperationsbereitschaft zufrieden machte und auf mehr hoffen lies.

Einen Tag später folgte die zweite Eignung: Dressur viel besser, sehr schön in Takt und Anlehnung, Springen wieder fehlerfrei und sehr sehr ordentlich – das Grundtempo hätte noch etwas höher sein dürfen, war aber zum Ausbildungszeitpunkt so noch nicht reitbar und die ersten Turniere sollen ja nicht verunsichern, sondern dem Pferd einen guten Start bieten. 7.0 /7.4 – gesamt also 7.2 und damit zweite Reserve. Eine deutliche Steigerung zum Vortag.

Etwas später folgte dann die Springpferde A für 4-jährige und auch hier blieb sie wieder ohne Fehler an den Hindernissen. Das ruhige Grundtempo – siehe oben – führte zu Zeitfehlern, aber am Ende war es der dritte Platz. Hip Hip Hurra, die erste Schleife!! Züchterstolz!!!!

Anekdote am Rande: Das Ganze wurde natürlich mit Kamera begleitet und voller Freude auf die beschleiften Bilder, laufe ich auf den Abreiteplatz um voller Entsetzen zu bezeugen, wie Katha lässig Mähnengummis über die rechte Hüfte wirft….

„Bist Du bekloppt?! Du kannst doch da die Zöpfe nicht raus reißen“ – „Hä? Was? Wieso?“ – „Du bist aktuell noch 2.!“ …. Die Gummis waren unauffindbar im Sand verstreut und Engel sah im Haar aus wie ein Pudel. Agh!!!!

Christine rannte zum Stallzelt neue Gummis holen und wir haben uns dann zu dritt auf Engel gestürzt um neu zu zöpfeln. Sie nahm es gelassen und Gott sei Dank gabs wegen Doppelstarts noch eine Pause, so dass sie kurz darauf mit angemessener Frisur ihre erste Schleife der Saison in Empfang nehmen durfte. Es war tolles Wochenende in Hannover, das nicht nur wegen des Erfolges Freude machte, sondern vor allem wegen der Freude über die Freude von Barbara und Christine über ihre Engel!!

Im September war die Truppe nochmals los und uns erreichte ein Bild von einer Weißen Schleife aus der Eignung!

Einige Tage später folgte ein tolles Video, entstanden auf der Sichtung von jungen VS-Pferden, die der Trakehner-Verband zweimal jährlich auf unterschiedlichen Plätzen mit renommierten Traininer organisiert und auf der Engel wirklich gefallen konnte.

Eine erste Geländepferde-A lief sie in Mechtersen. Zwar nicht in die Platzierung, aber bis zum Schluss bei schwierigem Boden und ordentlichen Anforderungen.

Zwei gute Runden vom Montags-Club in Luhmühlen sahen wir schon aus der Springpgerde A.

WIR FREUEN UNS AUF 2020!!!! – Bei Engel ist die Ideal-Kombi gelungen: Sie hat fördernde Hände gefunden, die trotzdem genügend Wendy-Gen haben! Wir dürfen „unser“ Pferd im Sport sehen und trotzdem sicher sein, dass ihr Wohl immer an erster Stelle steht. Alles in allem ist auch das engelsgleich!!!!

Türchen 8 – Von Feenstaub, Erfolgen und Beulen

Direkt vorab: Die im letzten Jahr angekündigte Niederrhein Hunter Tour war ein Satz mit x – Et wor nix! 🙂 Die Termine waren viel zu früh im Jahr und – siehe das Türchen zuvor – bei uns konnte es erst im Juni so richtig mit Training los gehen. Das haben wir dann mit großer Begeisterung wöchentlich auf dem Rodderberg genossen und ich freue mich, mit Dirk Schneider einen so tollen – und vor allem für uns gut passenden – Trainer gefunden zu haben. Wenn er sagt das klappt, dann klappt das auch – auch wenn die Buxe beim Anreiten gefühlt randvoll ist. 😉

Erstmalig turniermäßig los waren Fee und ich dann im August. Auf dem Rodderberg gabs eine Hunter-Tour, einmal Springen einmal Gelände. jeweils so im E-Bereich einmal springen, einmal Gelände.

Im Springen hadern wir noch immer sehr mit den Distanzen und es gab dann natürlich auch den obligatorischen Klotz in Distanz und Kombi – dennoch war ich vom Grundsatz her nicht unzufrieden, da es zunehmend besser gelingt auf die gerittenen Distanzen Einfluss zu nehmen 🙂 – immer häufiger vertraut Fee meinen Plänen – das war im letzten Jahr noch völlig anders. Aber – ich bleibe dabei, das Gekringel auf dem Platz ist nicht ihrs. 🙂

Dann Gelände – es war so toll!! Das ist Fees Element, lange Strecke vorwärts galoppieren! Am Tag zuvor und in der Nacht hatte es sehr stark geregnet, was zu etwas aufgewühltem Boden vor den Sprüngen führte. Kannte sie so noch nicht und ließ sie dann tatsächlich an den zwei Tiefsprüngen und am Wasser was zögern, einmal trat sie auch am 1. Tiefsprung zurück -> Verweigerung, aber egal! Der Rest war spitze im Rhythmus und das Gefühl zu den Sprüngen einfach phänomenal! Selten soviel Spaß gehabt beim Reiten!

Ein bisschen schade war es, dass die Wertnote für den Stil wohl nur ein paar Stellen vergeben wurde und da ausgerechnet unsere Rumpler drin waren so dass nur eine 6,3 blieb, auch wenn sie den Rest in Idealmanier, mit frischem Galopp und immer passend zum Sprung lief. Der Rodderberg ist ja hügeliges Terrain und man konnte vom Anhängerplatz einen großen Teil der „Bergtour“ einsehen. Nur wenige Pferde liefen die Tour mit einem solchen Galoppade und so offensichtlich mühelos wie Fee (trotz der ollen großen schweren Frau, die sie da mit sich schleppen muss.)

Nach der Hunter-Prüfung waren wir dann im September nochmal los. Stilgeländeritt der Klasse E. Die Anforderungen waren sehr nett, das Wetter mäßig und der Boden was buckelig (Kuhweide), was dann auch dazu führte, dass ich die zweite Prüfung (StilgeländeA) nicht mehr geritten bin. Ich hätte den Fee und mir sehr wohl zugetraut, aber ich hatte einmal im E das Gefühl, dass sie nach einer Bodenwelle was „unrund“ lief und man muss es ja nicht drauf anlegen.

Wir sind gut frisch unterwegs gewesen und ich war ganz zufrieden. Der Kurs ging konstant leicht bergauf oder leicht bergab, was wir ja aber von unseren Rodderberg-Trainingseinheiten gewöhnt waren. Ich war zweite Starterin, wartete mit einem ganz guten Gefühl auf meine Note, als die Reiterin nach mir an 4 stürzte. Rettungswagen (ein Finger war gebrochen), Pferd los usw. – Meine Note wurde nicht gesagt. Ging irgendwie unter.  Fee in den Anhänger gebracht, zurück zum Platz, das eigene Video geguckt und die anderen angesehen. Ich dachte bei mir, dass ich schon eine höhere 7 verdient hätte – aber man weiß es ja nie, in Bonn fand ich uns gefühlt auch besser als 6,3 …

Als die Prüfung zu Ende war, bin ich zur Meldestelle „Ich gucke schnell meine Note und dann können wir ja fahren“ – gucke dem Notenübertragenden über die Schulter – „Huch?! – Steht da ne 8?!“ Naja, also doch auf die Siegerehrung warten 🙂 – Und es war die einzige 8 🙂 / 2. Prüfung, gelbe Schleife – Tolle, tolle Superfee!!!!!

Das war jetzt nicht nicht Olympia – trotzdem hat es mich irre gefreut!!

Ansonsten: Wir waren viel los zum Training, in Aachen sind wir ein paar A-Springen geritten – mit Klotz natürlich… und dazu habe ich natürlich auch Bodenproben genommen dieses Jahr. Drei an der Zahl! Und immer stand mein Mann daneben. Vom Grundsatz ist es ja schön, wenn der Partner einen erdet, aber so??!! Und dass es immer so schmerzhaft sein muss…?!

Der Fehler war im Übrigen auch immer der Gleiche: Einen Tick vor dem Pferd gesprungen. Oberkörper zu weit vorne – und zack weg bist Du, wenn es was rumpelt. Vor allem, wenn der Oberkörper aufgrund des eigenen Gardemaßes nicht ganz so kurz ist…. Da wirken Fliehkraft und Erdanziehung. Ein neuer Sattel ist angedacht – ein bisschen mehr Platz fürs Bein nach vorne bei kürzerem Bügel wäre schön. Stabilisiert ja auch ein Stück weit den Reiter 😉

Nach wie vor bleibe ich in Fees und meiner Partnerschaft der limitierende Faktor, einige Male habe ich dieses Jahr gesagt bekommen, was sie für ein tolles Pferd ist sowohl im Training von als auch auf dem Turnier. Im nächsten Jahr soll es erstmal so weiter gehen. Alte-Frauen-Prüfungen und kleine Touren. Wenn es passt auch mal einen A-Geländeritt. Wir machen aber definitiv nur noch das, was uns beiden Spaß macht! Für alles andere bin ich eben doch schon zu alt!

Türchen 7 – Belle Francaise – Die vielseitige Zauberfranzi

Nachdem sich der Gedanke, dass Flieger gegebenenfalls Franks neues Reitpferd werden könnte mit Verkauf erledigt hatte, musste er sich wohl oder übel mit einer der zur Verfügung stehenden Damen „begnügen“. Glück war noch kein Thema, BabyBelle und Blümchen wieder tragend, Geräte-Fee war komplett aus der Diskussion – kurz: Es blieb also nur Franzi – ihr soll heute dieses etwas kürzere Türchen gehören.

Nach so langer Reitabstinenz war es schon eine Überwindung sich wieder aufs Pferd zu setzen, noch dazu auf ein relativ junges. Hinzu kommt, dass es sich ja bei Franzi um einen der sagenumwobenen, hochgradig gefährlichen Halbblüter handelt…

Eine Freundin, die sich Franzi nun seit dem Sommer mit Frank reittechnisch teilt und die sportliche Nutzung Richtung Gelände und Parcours ein bisschen vorantreibt, formulierte es beim ersten Ausprobieren treffend: „Ja schön! Da setzt Du Dich drauf und meinst Du könntest reiten!“ 🙂

Und so klappte das mit Frank und Franzi auch nah kurzer Zeit ganz wunderbar und Team FF konnte auch die erste Runde ausreiten. Und so verhalf unsere sitzbequeme und kooperative sechsjährige Franzi Frank zu wieder neu entdecktem Reitgenuss und Freude am Sport.

Wenn man das so überdenkt, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass es eben der etwas weniger schwungvolle Trab ist, der hier für den entsprechenden Komfort sorgt und dann dem rückengeschädigten Herrn in den Besten Jahren – man will ja nicht sagen „dä aahle Büggel 😉 – die Chance auf reiterliche Weiterentwicklung ermöglicht. Eine Erinnerung daran, dass standardisierte Maßstäbe in der Bewertung eben auch immer nur einen Blickwinkel widerspiegeln. Franzis 7er Trab vermittelt dem Reiter nämlich einen 12er Komfort ;-).

Bei aller Kooperationsbereitschaft weiß die liebe Franzi aber auch genau was sie möchte und was sie nicht möchte und verlangt ihrem Reiter eine gewisse Sensibilität im Umgang ab, sonst wird aus dem Sofa auch schnell mal ein Schleudersitz. Ein laut ihrer Interpretation unangemessen unwirsches Bein kann je nach Tagesform auch dazu führen, dass der Reiter eine Bodenprobe nimmt. – Auch das durfte Frank diesen Sommer erfahren. 🙂

Sportlich ging es – wenn auch mal wieder viel zu spät in der Saison – ebenfalls weiter. Sie war einmal mit zum Turnier in Aachen, erreichte einen zweiten Platz in einer Reitpferdeeignung, drehte eine erste gute Runde im A-Springen und machte ebenfalls erste Erfahrungen in Geländetrainings, wo sie sich ehrgeizig und vermögend zeigte.

Besonders beeindruckend war es, als wir einmal auf dem Rodderberg lange Strecke unterm Reiter galoppieren konnten und Franzi den Warp-Antrieb für sich entdeckte. Da konnte man doch die angloarabischen auf Rennen spezialisierten Vorfahren erahnen. Eine solche Beschleunigung konnten wir bislang nur auf der Weide beobachten, wenn sie Lust hatte das Feld von hinten aufzurollen – im Sommer hatten wir es das erste Mal unterm Reiter.

Richtung Turnier und Busch ist im nächsten Jahr in jedem Falle mehr geplant, aber es zeigt sich einfach immer wieder, dass dem Tag trotz allen Engagements nicht mehr als 24 Stunden abzuringen sind und berufliche Anforderungen die Freizeitaktivitäten limitieren. Aber die sportliche Bestätigung der vergebenen Exterieur-Benotung zur Erreichung des tatsächlichen Prämienstatus‘ steht noch aus und das möchten wir in jedem Falle noch abschließen.

Der Einsatz als Zuchtstute ist erst in zwei oder drei Jahren wieder geplant, erstmal wollen wir jetzt ein wenig die Freude an ihr als Reitpferd genießen. 🙂